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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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sagt darüber Band V N. 746:Ein gewiß recht schönes merk-würdiges Werk, dessen sich die Liebhaber der Geschichte dieser Be-gebenheiten nicht entübrigen können."

Beide Werke sind, wie gesagt, lateinisch geschrieben, eine Sprache,in welcher sich in jenen, als in wissenschaftlicher Beziehung so roh,verschrieenen Zeiten jeder bündnerische Staatsmann mit beinahe dernämlichen Geläufigkeit, wie in seiner Muttersprache, ausdrückte.Um bei den bündnerischen Scribenten stehen zu bleiben, sehen wirCampell, Juvalt, Vulpius, Lemnius und andere mit einer Leichtig-zeit und Eleganz des Lateinischen sich bedienen, welche in Erstaunensezt, wenn man den dazumaligen Zustand der öffentlichen Schulenberücksichtigt. Lateinisch sprechen konnte damals jeder Gebildete,heut zu Tage können es mit Noth Fachmänner und Gelehrte.Sollte man nicht meinen, daß das Studium der Classiker damalseines Segens und Erfolgs sich erfreute, dessen sich unsere heutigenGymnasien und Gclchrtcnschulen leider nicht mehr rühmen können?Und doch schöpften die bündnerischen Staatsmänner jener Zeit diezum classischen Studium so wichtigen Vorkenntnisse, nirgends andersals bei den Landgeistlichen, höchstens daß noch nachträglich diePolitur einer fremden Schule dazu kam.

Von der kistoris moluum eristirt eine im Jahre 1701 zuSt. Gallen erschienene Uebersezung. Nach Haller, der sie sehrschlecht nennt, soll sie von Joh. Conrad Bonorand herrühren.Abgesehen von der Unbehülflichkeit ihrer Ausdrucksweise, welcheeinem noch früheren Jahrhunderte anzugehören scheint, hat sichdieselbe die Arbeit in sofern sehr leicht gemacht, als sie die Namen,meist wie im Original mit der lateinischen Endung gibt, ohne nachden damaligen oder heutigen Benennungen zu forschen. Zudemist das Buch ziemlich selten. Berücksichtigt man ferner, daß daslateinische Original, zudem, daß es nur den Kennern der Sprachezugänglich bleibt, durchaus kein Jnhaltsverzeichniß hat und auchsonst seiner mangelhaften Eintheilung wegen, welche keine Abschnitteund Kapitel enthält, sondern in ununterbrochener Reihenfolge fünf-hundert Seiten hindurch fortläuft, zum Nachschlagen beinahe un-brauchbar ist, so scheint eine neue Ausgabe in zeitgemäßer