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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Einwanderung der Tuscier in die Alpen.

. Chr. Lebewohl. Unter der Führung des Rätus zogen sich die Flüchtlinge588. jn pas höchste Alpengebirge zu den Tauriskern zurück. Dieser Nameist allen Bergvölkern gemein und findet seinen Ursprung in dem kel-tischen Worte Tauren, das einen Berg bedeutet. Unter den Stämmender Taurisker werden besonders aufgezählt: die Lepontier, Eotuantier,(nach Andern Corvantier) Rucantier, Rhegusker und Andere, welchean den Quellen des Rheins, der Rhone und des JnnS wohnen. AlsInhaber der offenen Bergpässe lebten sie in vollkommener Unabhängig-keit. Mit ihnen verbanden sich die Tuscier, gründeten im ThaleTumleschg (der Name leitet sich vom Dorfe Tumils und einem in derNähe des Schlosses Ortenstein sich erhebenden Hügel stumuluss her),eine Stadt, welcher sie den Namen der verlassenen und Verlornen Hei-math Tuscia (lusssua ') gaben, und erbauten zu Ehren ihres Füh-rers Rätus, die drei Schlösser Rcalt, Näzüns und Rätium 2 und vieleandere Burgen.

Im Besize der Herrschaft über das Alpengebirge, richteten die ein-gewanderten Tuscier in ihrem neuen Gemeinwesen, dessen Mauern,— die Gebirge — gleichsam unmittelbar aus Gottes Hand hervor-gegangen waren, die nämliche Form der Verwaltung wie in der frühermHeimath ein. Wie hier einst zwölf Männer, welche den griechischemNamen Lueumonen führten, mit einem dreizehnten, Laertes, an d>erSpize, die Leitung der Angelegenheiten unter sich hatten, so findensich heut zu Tage, i» den »leisten Gerichten der drei Bünde zwölf odervierzehn Rechtsprecher ^, über welche ein dreizehnter oder fünfzehnter,Landammann ^ genannt, den Vorsiz führt.

Durch die rauhe Alpenlust gestählt und mit der Geistesfähigkeitdes Tusciers nunmehr auch celtische Tapferkeit vereinend, benuzteu d-ieNachkommen der ersten Rätier jede Gelegenheit ihre Grenzen auszm-dehnen. So unterwarfen sie sich vorerst das Land an den Quellen d>erEtsch, dann die an den Ufern derselben wohnenden Vennonen (heut zzuTage Vinstgauer) und die Anwohner der Adda, welche damals demNamen Vennoneten (jezt Veltliner) führten. Durch den Erfolg ew-

1 Heut zu Tage der Ort Tusis.

2 lintinm nimm, Untim» imi»n und liülinm IM Original. Wo deasdritte zu rinden, ist unbekannt. Crstereo liegt bei Cazis und wird richtigemRialt geschrieben. So erscheint es auch in alten Urkunden.

3 Uisilioentes im Original.

4 -UiniZtrnlis im Original.