Spanische Bewerbungen um ein Bündniß. 41
Sieben Jahre darauf, im Jahre 1585 versuchte Rinaldo Tectono,ein Kaufmann von Como, der sich zu Mailand aufhielt, einen offenenGewaltstreich gegen das Veltlin, wobei er sich einer Menge zusammen-gelaufenen Gesindels bediente. Da die Bündner jedoch aus ihrer Hutwaren, mißlang Las Unternehmen und der Herzog von Terranova,Statthalter zu Mailand, strafte die Urheber, weil die Sache gar soübel ausgefallen war, mit Verbannung.
Zwei Jahre später, 1587, schloß Hauptmann Pompejus de Cruz,Namens des Königs von Spanien ein Bündniß mit sechs eidge-nössischen Orten; das Nämliche versuchte er jedoch vergebens in denBünden. Den Versuch erneuerte dann drei Jahre später HauptmannAnton Ardvin sehr angelegentlich auf dem Bnndstage zu Jlanz. Inder That schien auch, -zumal im grauen Bunde ein günstiger Erfolgseine Anstrengungen zu lohnen, als sein plözlicher Tod dazwischen trat.
Im Jahre 1591 leitete Graf Scipio Gambarra, Bandirter vonBripen, ein vcrräthcrischcs Unternehmen im Veltlin ein, doch wurdedie Sache entdeckt und ihm die verdiente Strafe zu Theil.
Das spanische Interesse vertrat während des Jahres 1595 undder darauf folgenden Hauptmann Gabriel Asccnso Camera, der sichmeistentheils zu Ghera am Comersce aufhielt. Daß auch er seinenZweck nicht zu erreichen vermochte, hat man hauptsächlich dem Haupt-mann Hartmann v. Hartmannis zu verdanken, der vor allen Andernseinen Unternehmungen sich widersczte.
Eingangs 1603 befand sich Joh. Bapt. Sacco, Secrctär desSenats von Mailand zu Cnr, wo damals gerade die Versammlungzur bekannten Reform statt hatte. Daß aber dieselbe anstatt heilsameFruchte zu tragen, beinahe Alles noch schlimmer machte, daran truger die Schuld. Er wünschte auch zu wissen, unter welchen Bedingun-gen das französische Bündniß im lezten Jahre erneuert worden sei undbehauptete, da der König von Frankreich keine Besizungen in Italien
v§r und suchte auch förmlich um ein Bündniß nach. Er stellte auL dasBegehren um Aufhebung oder wenigstens Verlegung der Schule zuSondrio und Zurückweisung flüchtiger, italienischer Geistlicher. Derfranzösische Gesandte in den Bünden, Joh. Grangicr, Herr zu Liverdis,war gerade abwesend, aber kaum erhielt derjenige in der Eidgenossen-schaft, Heinrich Tausse v. Flenry, hieran Nachricht, als er mit BalthasarGrissach, Dolmetsch, von Solothurn herbeieilte und Las spanische Bünd-niß noch rechtzeitig hintertrieb. Zusaz des Derf.
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