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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Ausbruch des Nufstandes.

1619. ihnen zu Tusis widerfahrne Unrecht und zogen gegen die vmetiattischcParthci und einige evangelische Pfarrer in den heftigsten Ausdrückenlos. Ihnen schloffen sich die Bruder, Vettern und Freunde einigerBandirten und Geächteten ebenfalls an. Man streute sogar aus,Gueffier habe einiges Geld zur Aufreizung des Volkes vertheilt.

Zuerst griffen die Lugnczer zu den Waffen. An ihrer Spize befandsich Balth. v. Mont, Bruder des geächteten Luzius. ^ Am 30. Aprilgeschah der Aufbrnch und zwar unter dem Vorwand beide Konfessionenzu schirmen, die Bündnisse ausrecht zu erhalten, die Geächteten undVertriebenen so weit zu unterstüzen, daß sie vor einem unpartheiischenGericht sich verantworten könnten, und jene Schule oder Gymnasiumzu Sondrio endlich, die zu unruhigen Auftritten Veranlassung gebenkönne, aufzuheben. Auf die Lugnezer folgten bald die Disentiser, unddie vvm untern Misvr mit den Einwohnern von Ealanca. Zu Ems,das im grauen Bunde und in der Entfernung einer Stunde von Curliegt, steckten sie ihr Lager ab. Von hier sandten sie Briefe an alleGemeinden der drei Bünde, in welchen sie die unmenschliche Art, mitder die Engadiner zu Werke gingen, möglichst übertrieben und ver-langten, daß alle Gerichte mit ihren Fähnlein zusammenträten, umgemeinschaftlich auf Hülfe für das Gemeinwesen zu sinnen.

Im Vcltlin brach inzwischen zu Boalzo ebenfalls ein Aufstand aus.Die dortigen Evangelischen hatten das Verlangen gestellt, in der dor-tige» Kirche ihren Gottesdienst zu halten und daß ihnen kraft der herr-schaftlichen Decrcte aus den Einkünften der Gemeinde jährlich fünfzigGoldgulten zum Unterhalt ihres Predigers geschöpft würden. DieKatholiken dagegen beriefen sich auf eine im Jahr 1588 zwischenihnen und den Evangelischen aufgerichtete Convention, zu Folgewelcher leztere gegen Empfang einer Aversalsumme von jeder dieß-fälligen Forderung abstanden. Darauf erwiederten die Evangelischen,cinestheils hätten auch sie, die Katholiken selbst, sich nicht mehr andiese Convention gehalten, anderseits aber seien seither andere undneue Decrete zu ihren Gunsten erlassen worden. Diese bestanden nundarin, daß die Bünde den beiden Podest» zu Tirano und Teglio jüngstden Auftrag ertheilt hatten, dafür zu sorgen, daß die Evangelischenden Gottesdienst in der nämlichen Kirche halten könnten. Zum Voll-

» Beide stammten aus Villa im Lugnez, wo noch dermalen Nach-kommen von ihnen blühen. Das Nämliche ist auch zu Cur der Fall.