Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
119
JPEG-Download
 

Kehrt jedoch unverrichteter Dinge zurück.

119

befall ihm, ohne mit Jemand ein Wort zu wechseln, seine Pferde zu 1619satteln und innert acht Tagen das Königreich zu verlassen. Zur Rück-reisewurden ihm Begleiter mitgegeben und so kehrte Dietegen v. Hart-manais, ohne etwas ausgerichtet zu haben, wieder nach Davos zurück.

Glaubwürdige Personen versichern, daß bei dem Ansehen, welchesBassompiere bei uns genoß, ihm es ein Leichtes gewesen wäre, denAuffand zu stillen, wenn ihn der König als außerordentlichen Ge-sandten abgeordnet hätte. Guefficr aber wollte es nicht leiden, daßirgend Jemand ihm diese Siegespalme entreiße. Er soll ausgerufenhaben: Wenn ich das Bittere bis jezt geschluckt habe, will ich auchdas wenige Süße, das nun kommt, kosten.

In diesen nämlichen Tagen sandte er von Solothurn ein PäckchenBriete an Luzius Beli, Bürgermeister von Cur, um sie den Gemein-den mitzutheilen. Es lag dem Packet ein Brief des Königs bei, datirtSt. Germain en Laye 7. Dec. und an die Räthe und Gemeinden ge-richtet, iu welchem sich derselbe über die unwürdige Art und Weisebeklagte, mit welcher seine Gesandten von den bündnerischen Gerichtenbehandelt und andere ehreuwerlhe Männer mit Bußen belegt wordenseien. Er wünsche zu wissen, ob die Gesammtheit und der ganzeStaatskörper diese ungerechte und barbarische Handlungsweise billige?

Wäre dieß der Fall so müsse er um seiner Würde und seines könig-lichen Ansehens willen, diese Unbill den Bünden gegenüber rächen.Ueberdieß beklagte sich Gueffier in seinem Briefe über Beleidigungenbesonderer Art, welche ihm und dem Dollmetscher wiedersahen seien;er verlangte den Widerruf des Pasquille (so nannte er die Schmäh-schriften, welche zu Tusis, Zizcrs und Davos ausgegeben worden)und fügte hinzu, der König habe Grund genug, die den Bündnernerwiesenen Wohlthaten wieder zurückzufordern; leztlich versprach erGemeinden und Privatpersonen, (wenn es deren gebe) welche solcherUngerechtigkeit sich widersezen, und die Häupter und Urheber des Auf-ruhrs, welche ja allen bekannt seien, einsangen und mit der verdientenStrafe belegen wollten, schnelle königliche Hülfe.

Da die von Calanca und einige aus dem untern Misox demDavoser Strafgericht noch ziemlich viel zu schaffen machte» (auchDisentis und Lugnez hatten nur spät ihre Rechtsprccher nach Davosgesamdt) so wurde beschlossen im Misoxerthale den Bundsbrief ver-lesen! und beschwören zu lassen. Als Einige dann des Schwures sichweigerte», wurden zu öfteren Malen Boten dahin abgeordnet. Nach