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Urtheile des Davoser Strafgerichts.
1620 . Maximilian, Herzog von Baiern, zu Hauptleuten ernannt und be-gannen in den Bunden heimlich zu werben. Daraufhin wurde jedemBündnerbei Todesstrafe verboten ohne öffentliche Erlaubniß in irgendeinen fremden Dienst zu treten.
Jacob Robustell, Hauptmann Joh. Gnicciardi, Doctor FranciscoVenosta, Mio Besta und Andere begaben sich dazumal nach ValCamonica, auf venetianischem Gebiet. Als aber Joh. Bapt. Schenardidasebst gesanglich eingezogen wurde, zogen sie sich nach Termadio inVal di Sole, Tridentiner Territoriums, zurück. Dann ging Robustellmit Gnicciardi nach Domaso am Cvmersee, wo er bis Ansgang desJahres seiner Landesverweisung weilte und dann in's Beltlin zurück-kehrte. Durch Vermittlung des Joh. Maria Paravicini von Ardennblieben Alle mit Julio de la Torre und Andern in Verbindung. Ro-bustello versah sein Hans zu Grossotto mit einer neuen Brustwehr^und empfing darin das allerschlechteste Gesinde! aus den Herzog-thnmern Venedig und Mailand. Die Bandirten wurden nochmalsvorgeladen und zwar nicht bloß auf Veranlassung des Processes vonBartholomäus Urschletta, sonder» auch auf den Bericht eines gewissenEngadincrs hin. Dieser war aus Italien, wo er das Schneiderhand-werk trieb, heimgekehrt und hatte erzählt, wie er zu Corteno in ValCamonica aus dem Munde Robusteils und des DoctorS FranciscoVenosta vernommen hätte, sie seien der bestimmten Erwartung ge-wesen, daß der König von Spanien das Veltlin überfallen würde, dadieses aber nicht geschehen sei, so wollten sie nun selbst nach Hausegehn. Beide leugneten anfangs diese Rede oder behaupteten vielmehr,sie nur im Scherze geäußert zu haben, fanden es aber inzwischen den-noch für gut, persönlich nicht zu erscheinen.
Das Strafgericht sandte auch Häscher in's Veltlin, welche zuMazzo den Doctor Vincenzio Venosta gefangen nahmen, einen Ver-trauten Robustells. Es fand derselbe jedoch bei der Sorglosigkeit derWächter Gelegenheit mittelst Durchbrechen des Ofens aus dem Zim-mer, wo man ihn verwahrte, wieder zu entrinnen. Man hatte auchden Attio Besta zu Sondrio verhaftet, doch gab sich Job. Travers,sein Onkel, welcher damals Stellvertreter des Landshauptmanns im
82 I'roi^iiiois im Original, — eigentlich Vorhalle», — doch icheintBrustwehr, bei der Absicht Robustells sich einigermaßen zu verschanzen,hier das richtigere Wort.