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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Umtriebe der Landirten.

1620 Rotte Banditen an, »ahm sofort vom Rathhanse Best;, sezte den21.Zul.Joh. Peter Camncci, einen Hauptspizbube» und Mörder, durch Oeff-uung des KerkerS in Freiheit, gab das Hansgeräthe der Plünderungpreis und ließ am folgenden Freitage, es war der 24. Juli, durch dieDeinige» den Dominico Pagano, genannt Luther, von Ccrmelcdo mitseinen beiden Söhnen Jacob und Peter und der Schwester Maria,auf dem Nathhanse selbst, ermorden. Thomas Magistrello, ei» achtzig-jähriger Mann wurde bei Mello getödet. Donnerstags vorher, den23. Juli, langte Job. Maria Paravicini von Ardenn mit CaperioneGirardino von Olesto und einem großen Hansen Banditen zu Dubinoau, wo sie den Joh. Peter Malacrida und dessen Gattin Elisabeth,sammt ihrem drei Monate alten Töchterlein (leztercs wurde bei denBeinen aus der Wiege gerissen und ihm der Kopf an der Mauer zer-schmettert) auf das Grausamste umbrachten. Den Andrea Paravicinovon Caspano endlich, welcher lauge versteckt war, verbrannten sielebend am 25. August zu Morbegno. 'b

Wie bereits oben bemerkt, hatten die Aufrührer Sonntags den19. Juli bei der zerstörten Schanze Plattamala Wachen ausgestelltund die Brücken abgebrochen, worauf Robustello sich mit Andern t»eigener Person dahin begab. Da nun die Schlächterei zu Brusio undPuschlav bereits ruchtbar geworden war, hatte man von hier aus an»nämlichen Tage den Antonio Lossio und Franchino dell'Aqua, zweiPuschlaver Katholiken, an Nobnstell abgeordnet. Sie brachten dieAntwort heim, es verlange derselbe zweierlei, Vergeben und Vergessenalles Geschehene» " und daß keine Protestanten im Beltli» wohnendürften, — dann würden des lezteru Bewohner zum Gehorsam zurück-kehren.

Dienstag den 21. Juli, als bereits einige Engatiner in's Puschlavgekommen waren, begav sich auch Const. Planta (dessen Gattin unddie verstorbene Frau Nobustells Geschwisterkinder waren) zu Nobnstell»ach Plattamala. Im Zwiegespräch soll hier Planta dessen Handlungs-weise scharf gerügi haben, was den Ander» bewog in die Drohung

>3 Man bot ibm das Leben an, wenn er katholisch werden wollte,aber selbst aus dem Holzstöße blieb er standbaft. Qnadrio ll. tl>2.

" Ltatt dieses Punktes nennt Qnadrio die Aufhebung aller zumNachtheil des katholischen Glaubens erlassenen Decrcte und Verord-nungen. II. 165. Wenn kein Lündncr mehr im Veltlin wobnen dursteverstand sich bei Robustello eine umfassende Amnestie wohl von selbst.