Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
158
JPEG-Download
 

158

Mord zu Bormio.

1620. Zu Bormio soll die Sache mittelst Weniger in Vollzug geseztmorden sei». Zu diesen gehörte vorzüglich der Erzpriester CamilloFogliano, mit seinem Bruder Joh. Baptista, Hauptmann der Miliz,der am Freitag vorher von einer Zusammenkunft mit Robustello imVeltlin nach Hause heimgekehrt war; ferner Nieolo Jmeldi und Luit-prando Sermondi, zwei Doetoren der Medici», Joachim Jmeldi undBalthasar Casolari. Jacob Venosta von Grosso war mit einigen Ge-sellen dahin gekommen, um den bündnerischen Podest«, ChristianFlorin, zu ermorden. Aber dieser hatte von Nieolo Jmeldi, Mitgliedder Behörde, eine Warnung erhalten und durch die Flucht für seineSicherheit sorgen können. Es war ein einziger Evangelischer in derStadt Bormio zurückgeblieben und dieser, Namens Joh. Peter Foga-roli wurde ungefähr ein Monat später von den beiden erwähntenDoetoren der Medicin und Joh. Anton Fogliano erschossen.

Als die Oberengadiner sichere Botschaft über den Ausstand und dieMezelei im Veltlin erhalten hatten, sandten sie den Landschreiber Joh.Schucan ^ von Zuz mit einem Diener nach Bormio, um die Unter-thanen zur Bewahrung des Gehorsams und der Treue gegen ihreOberherren zu ermähne». Zu Terrapiana, unweit Bormio, begegnetederselbe den vbgedachten Jacob Venosta, Doctor Casolario, JohannNbondio del Lino, Hieronymo Sutto und Andern. Venosta tödete denDiener; Schucan selbst, obscho» im Gesicht durch einen Flintenschußvon Seite des Casolario verwundet, vertheidigte sich tapfer und hattebereits den Abondio del Lino an der Hand verwundet, Venosta unddie übrige» aber zur Flucht genöthigt, als er von hinten durch Hiero-»vmo Sutto durch das Schwert durchbohrt wurde Auf Anordnungdes Nieolo Jmeldi begruben ihn die Einwohner von Terrapiana in

Einen Mann von Kenntniß und Ansehe» z» WormS, sagt Quadrio.Ihr Zweck sei gewesen, durch Erhaltung der Wvrmser aus ihrer Seite,sich den Paß z»r Unterwerfung des Beltlins offen zu halle». Es be-merk! derselbe weiter, Alberti behaupte in seiner „^nticbii« <li kormio^Schucan hatte Seitens der Bünde Bollmachl gehabt, den Wormsern nichtnur alle ihre Forderungen zu bewilligen, sondern überdieß noch dreißig-tansend Denetianer Zechinen für den Durcbpaß in's Veltlin anzubieten,mit dem Beifügen die Bündncr Truppen würden die Stadt Worms selbstmir keinem Fuße betreten. Er fOnadrio) balle Liese Behauptung aberfür eine Erdichtung, da er weder bei Sprecher »och Andern etwas davonfinde. II. 168.