Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
295
JPEG-Download
 

Erfolg desselben.

295

14 . Oktober hielt man über die Erstürmung der Beste Worms Kriegs- 162l.rath. Aber sowohl das Belagerungsgeräthe als aller und jeglicher 14.Oct.: Proviant fehlte. ^ Zudem langte ein weiteres Schreiben des Gesandte»

Mon tholon au, mit der Mahnung an die Bündner, sich durchaus ruhig! zu halten, da er persönlich dafür gut stehe, daß der Tractat von Ma-!- Lrid Zur Vollziehung gelange. Hiezu kam, daß die Feinde ein heftiges^ Geschüzfeuer (sie hatten vier Feldstücke in der Beste) auf die Bündnerf unterhielten und gegen Abend in ein mit Heu und Stroh angefülltesj Gebäude, das in der Nachbarschaft der Wohnung Rodomonts de Al-s bertis, zunächst an der Festung lag, sogar Feuerkugeln warfen. Als inFolge dessen die Flammen auch in der Stadt sich zu verbreiten begannen,j entfernte sich der größte Theil der Bündner ohne die mindeste Ord-! nuug aus derselben. Hartmaun Planta, welcher, wahrend der Kricgs-§ rath beisammen saß, dieß bemerkte, verließ die Sizung, um die Mann-j schaft wo immer möglich aufzuhalten und zur Tapferkeit zu ermuntern,

> begegnete aber dem Feinde, der eben einen Ausfall machte. Dreij Reiter von der Schwadron Michaels Aspurg umringten ihn, der nach

> tapferer Vertheidigung endlich im Unterleibe durch einen Schuß ver-wundet, seinen Geist aufgab. Die Bündner verloren überhaupt auf

> diesem Zuge fünfundzwanzig Mann, einige wurden auch gefangen ge-s nonimen, später jedoch wieder entlassen. Von den Feinden fielenj Wenige, doch wurde eine größere Zahl verwundet. Die Leiche Hart-

mann's Planta brachte man in die Beste und lieferte sie später seine»Verwandten aus, nachdem diese dem Ottavio Sforza Visconti zweiPferde, welche seiner Angabe nach, während des Gefechts ihm getödet! worden, zum Geschenke gemacht hatten. Der Leichnam wurde in Zuz,im Grabmale seiner Vorältern, beigesezt. Er war ein noch jungerMann, heroischen, muthigeu Geistes und in den Wissenschaften sehrgebildet; über alle Maßen aber halsstarrig und eigensinnig und weili er der venetianischen Parthei anhing, der spanischen im höchsten Gradei verhaßt.

Es streuten später die Spanier, um einen Vorwand zu haben, dieGrafschaft Cläven anzugreifen, aus, die Bündner hätten die Stadt? Worms in Brand gesteckt. Es ist dieß aber eine Lüge, denn in dem

2 Nach v. Juvalt 71 stritten sich hier, in» den Wahnsinn des ganzenZuges desto augenfälliger zu machen, zwei rom Gottshausbunde überdie BefehlShaberstelle.