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Zug der Bündner in das Unterengadm.
1623. her nach Zernez geschickt worden, wo Baldiron und Skredel mit nein.,
«. Juü Compagnien standen. In Guarda selbst lagerte der Freiherr v. Fuchsmit sechs Tiroler Fähnlein. Es hatten sowohl hier als auch auf demKirchhofe zu Schuls die Oesterreicher Gräben und Schanzen gezogen.Mittelst eines Verhaues von Bäumen war von ihnen auch ein Versuch,das Süser Thal abzuschließen, gemacht worden. Aber gegen Abendstürzten nach Zersprengung der Wachtposten die Bündner in das Dorfherab uud jagten den Feind nach wenigen Gewehrsalven über die >Jnnbrücke, die er auf dem Rückzüge vergeblich in Brand zu stecken 'versuchte. Der Einfall wurde durch einzelne Flüchtlinge zu Zernezbekannt und schon verbreitete sich auch das Gerücht, daß andereTruppen über den Albula im Anzüge seien. Baldiron hatte nämlichdurch Kundschafter den Plan der Bündner in Erfahrung gebracht undauch geäußert, er könne es kaum glauben, daß diese drei Compagnienallein in das Engadin zu kommen vorhaben sollten. Von Furcht erfüllt,eilte Stredel über den Fulderaberg in das Münsterthal. Der Wacht-meister Zesch hatte die gegen das Oberengadin führenden Brücken zuZecuez bereits in Brand stecken lassen. Während der ganzen Nachtfand zwischen den Bündnern uud den in Süs jenseits des Jnns stehen-den Ocsterreichern ein lebhaftes Feuer statt, worauf Leztere bei Tages-anbruch ihre Stellung verließen und nach Einäscherung von zweiHäusern sich nach Zernez zurückzogen. Baldiron war mit den Sei-nigen schon auf dem Wege ihnen Hülfe zu bringen, als sie ihm aberauf der Flucht begegneten, kehrte er knirschend in das Dorf zurück.
Zu Süs fielen vom Feinde dreiunddreißig Mann, überdieß wurde»noch Viele verwundet.
Zu erwähnen ist es, daß, als ich acht Tage später, Sonntags den17. Juli, in Gesellschaft Anderer die fünf großen Gräber der Oester-reicher besuchte, aus einem derselben noch das Blut hervorsprudelte,aber nicht etwa mißfarbig, sondern hell und roth. Meine Begleiterbemerkten dabei, die nämliche Beobachtung schon vor einigen Tagengemacht zu haben.
Von den Bündnern fielen beim Eintritt in das Dorf Duri^ daBoscia von Ardez und im Dorfe selbst Jacob Beli von Davos durchFlintenschüsse. Verwundet wurden überdieß noch sieben Davoser. VonWuth und Furcht gleichzeitig erfüllt, ließ Baldiron, nachdem er sein
n Ulrich.