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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Streifzug iu die Grafschaft Vaduz.

1622. legenen Ortschaften, mit Ausnahme der beiden auf dem Berge befind-lichen Dörfchen Manas und Crusch, wurden durch Feuer verwüstet.Am nächsten an der Reihe schienen die Sinser und Schulser, wcßhalbLeztere um Gnade baten und dem Feinde Geiseln sandten. Sobalddie Oesterreichcr von der Ankunft der Bündner aus dem MuntafunKenntniß erhalten hatten, führten sie die Geiseln nach Nauders,während sie ein zu Seraplana von uns erbeutetes Feldstück an derSt. Martinsbruck in -zwei von ihnen erbauten Blockhäusern auf-pflanzten. Rudolf v. Salis ließ die Hauptleute Heec und Tschudinebst den Castelsern zu Süs zurück, um den Paß gegen Fuldera^und das Münsterthal zu hüten, erlaubte den Davoscrn wieder heim-zukehren und zog mit den übrigen Compagnien nach Sins, wo er einLager bezog.

9 . Juli Hauptmaun Joh. Wiß war mit den Seinigen Samstags den 9.

Juli über den St. Luzieusteig nach Balzers und Kleiumels gekommen,zwei Dörfern, welche in der Nähe des Schlosses Guttenberg liegenund dem Grafen Caspar von Hohenems gehören. Einige wenige öster-reichische Soldaten, welche sich hier vorfanden, flüchteten nach Gutten-berg, von wo aus sie ein fortwährendes, für die Unsern übrigensganz unschädliches Geschüzfener, unterhielten. Die Einwohner flohenauf die Berge. Mit unbedeutender Beute kehrten die Bündner in'sLager zurück. Am nämlichen Tage brachten einige Bündner Soldatenaus der Triesner Alp (das Dorf Triefen liegt unterhalb Balzers)etwas Butter in's Lager, was zu großer Unruhe in Feldkirch und denumliegenden österreichischen Ortschaften Veranlassung gab. VieleWeiber flohen zu den Eidgenossen auf die andere Rheinseite und sand-ten ihr kostbareres Geräthe nach Lindau. Selbst die Räthe und dieEinwohnerschaft zu Innsbruck, wohin man vorn Muntafun aus zurSommerszeit leicht in zwei Tagen gelangt, war nicht ohne Furchtund Einige flüchteten ihren Hausrath den Jnn hinab.

10. Zull Sonntags drauf, den 10. Juli, langte von Seite des Grafen

Caspars von Hohenems ein Schreiben an die Hauptleute am St.Luziensteig an, in welchem er sich über den Einfall beschwerte. Erhätte, hieß es darin, den Bündnern stets wohlgewollt und bitte umdie Rückgabe der Beute. Die Antwort lautete, über den Grafen be-klage sich Niemand, aber feine Unterthanen hätten den Feind bei

^ Im Original Valdera, wie früher der Ofenberg genannt wurde.