422
Und besezcn Maienfeld.
1622. Der Gras Alvic v. Sulz verlegte an demselben Dienstage sei»Lager nach Grüsch, wo das Heer die Nacht zubrachic. Die DörferUnterpuz und Buchen im Castelser, Schiers, Grüisch, Seewis undFanas im Schierser Gericht wurden so eingeäschert, dsß nur wenigeHäuser mehr übrig blieben. Am nämlichen Tage noch 'andte der Grafeinen Trompeter mit einem Schreiben an Oberst Th omas von Glarus(der jedoch nicht anwesend war) des Inhalts: das Haus Oesterreichsei willens mit den Eidgenossen, zu denen ja auch die Warner gehör-ten, die Erbeinigung zu beobachten, daher möchten sie die PrättigauerRebellen ihrem Schicksal überlassen, damit die Kriegsfnrie nicht auchzu ihnen gelange. Gleichzeitig erinnerte er die Erdgenossen an denVerlust der Banner und der vielen Mannschaft.
7 . Scpn Tags drauf, am Mittwoch in der Frühe, erschien der Graf mitetwas Truppen in den Wiesen bei Malans. Es wurden nun dieHauptlcute Stephan Thys (dieser war ihm bekannt, da er früher unterdem Herzog von Bayern in Böhmen Kriegsdienste geleistet hatte) undEschmaun, ein Eidgenosse, zu ibm geschickt. Unter Anderm baten sie,der Graf mochte die Herrschaft Maienfeld, auf welche dem ErzherzogLeopold keinerlei Rechte zustünden, mit Brand und Plünderung ver-schonen. Der Graf antwortete, er könne bei seiner aufgebrachte» undkaum zu bändigenden Mannschaft nichts Sicheres versprechen, dochmöchte man ihm freien Paß durch die Herrschaft und über den St.Luziensteig gewähren. Stephan Thys verlangte, unter dem Vorwand,als ob zu Maienfeld, in der Stadt und im Schlosse noch Besazuugläge, Bedenkzeit. Man benuzte sie um möglichst Vieles aus der Stadtin Sicherheit zu bringen. Dann verhandelte man über Entlassung derösterreichischen Gefangenen, die dann auch wenige Tage darauf auffreien Fuß gesezt wurden. Das Gleiche fand auch mit den gefangenenEidgenossen von Seite des Grafen statt, doch mußten sie ein Löscgeldentrichten. Dann rückte das Heer auf Malans zu, wo Peter Haasmit einem andern Einwohner daselbst getödet wurde. In der Nacht,s. Scpt. welche auf Donnerstags, den 8. September folgte, wurde mittelstFeuereinlegen von Seite der Oesterreichs das Dorf Malans bis aufdreißig Häuser niedergebrannt. Dann zogen die Feinde auf Maien-feld, wo sie den Johannes Nusner, einen bettlägerigen siebenzigjah-rigen Mann, umbrachten. Alle übrigen Bürger mit Ausnahme JeßAdancs und Christoph Krämers waren entflohen. Die Bürgerschaftvon Cur hatte Einige der Ihrigen (Johann Zoller, Probst zu Eur,