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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Bündnerische Gesandte nach Lindau.

1622. Dorfes Jenaz den Landammann Joh. Cresta, einen achtzigjährigenMann. Aber an der gleichen Stelle wurden später zwölf österreichischeSoldaten von Prättigaucrn beim Plündern überrascht und sämmtlicherschlagen. Sogar die Glocken aus den Kirchthürmen wurden weg-geschleppt. Auch Muntafuner, Weiber wie Männer, waren in dasThal von St. Antönien gekommen, wo sie vier Häuser verbranntenund den an einer Wunde darniederliegenden Conrad Weber, sowieverschiedene, welche sie gefangen genommen, umbrachten. Anderseitserschlugen die Prättigauer zwei Männer und ein Weib, die sie zuKonters und zwei Männer, die sie zu Schuders mit Plündern beschäf-tigt trafen.

Im Engadin wüthete das Kriegsvolk nicht weniger gegen die Ein-wohnerschaft. Zu Süs waren drei Compagnien aus dem Regimentdes Grafen Joh. Baptista Lodroni angelangt. Es bestand aus zehnCompagnien, nämlich seiner eigenen und denjenigen der HauptleuteJoseph Ciurletti, Oberst, Ludisdorf, Major, Graf Alberic v. Lodroni,Freiherr v. Wollenstem, Johannes Wendel, Pflaum, Georg Königv. Tauual Stiebec und Hönnig. Das Kriegsvolk zu Sns machteeinen Streifzug bis Davos und trieb aus dem Fluelathal vierzigStück Rindvieh mit sich heim. Sechs Engadiner von Remüs, welcheheim wollten, zwangen sie den Jnn durchzuwaten, mit dem Versprechen,man wolle ihnen das Leben schenken, wenn sie durchkämen, aber mittenim Flusse schoß man sie nieder. Der Freiherr v. Fuchs kam vonRaudcrs wieder nach Remüs, berief die Einwohnerschaft in die Kircheund wollte von ihr wissen, ob sie mit den Sicherheitskarten, die manauszutheilen Pflegte, versehen wäre. Neunzehn von ihnen führte ergefangen nach Nauders, überdieß schleppte er an Rindvieh mit sich,was aufgetrieben werden konnte. Die Truppen gingen so weit, JacobNicolaus Groß, Johann Albert, Jacob Betta, Nutt Wilhelm undFlori Füm, sämmtlich Greise über sünfundsiebenzig Jahre, auf demdortigen Wiesen zu ermorden. Jene neunzehn wurden lange in einemschmuzigen Kerker gefangen gehalten, und nachdem einmal ein Nau-derser ihnen einen Trunk trüben Weines gebracht, starben ihrer sieb-zehn, welche davon genossen hatten, innert acht Tagen.so.S-pt. Zu Cur wurde Dienstags, den 20. September, von den beidenBünden und der Herrschaft Maienfeld der Bundstag abgehalten und

^ So im Original.