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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Verfolgungen der Evangelischem zu Puschlav. 447

Neapel, hielt darauf vor dem Papste zu Rom eine bittere Rede über 1623.die bündnerischen und vcltlinerischen Angelegenheiten und führte an,jene seien zu Lindau, diese zu Mailand endgültig geregelt worden.

Er hob hauptsächlich die Sache der katholischen Religion hervor undging mit schweigender Gcringschäzung über den neuen Vertrag derverbündeten Fürsten hinweg. Diese Rede wurde durch den RitterCastellano 2 gebührend erwiedert, welcher die unter jedem Borwandsich geltend machende unmäßige spanische Herrschsucht in beißendenWorten schilderte.

Als die Veltliner davon hörten, daß ihre Sache in die Hand desPapstes gelegt werden sollte, suchten sie es auf jede mögliche Weise zuhintertreiben. Es wurde aus diesem Grunde auch Doctor Ioh. JacobParibclli nach Luzern gesandt.

Zu Puschlav wurden in der Nacht vor dem 26. April, einem Mitt- so. »ip.ilwoche, achtzehn Männer, meist Greise und drei Weiber evangelische»Glaubens, wie auch zwei Katholiken umgebracht. Die Mörder warenaus dem Leltlin durch Doctor Jacob Lansranco, einem Puschlaver,(Bruder Andreas Lanfranco'S, nunmehrigen Priesters zu Tirano,welcher, wie wir an seinem Orte bemerkten, im Jahre 1620 zuMünster im Münsterthale das nämliche Amt bekleidet halte) nachPuscklav berufen worden, doch schloffen sich ihnen auch Einige vonBrusio an, darunter Ioh. Antonio Pagauüü. Etliche Puschlav«Evangelische, wie Ioh. Bapt. Landolf und Andere wurden verwundet,ihre Häuser geplündert, die Neligionsbücher verbrannt und eine sehransehnliche Beute weggeführt. Die übrigen Evangelischen flohen überden Berninapaß in das Engadin. Es sandten hierauf die beidenBünde Johann Florin und Luzius v. Capaul an die Puschlaver ab,damit die Evangelischen wieder aufgenommen würden, vermochten abernichts auszurichten, denn Erstere schnztcn eine päpstliche Bulle vorwelche die Protestanten von Italien ausschloß und als sie dann nochunter Andern, anführten, sie müßten Gottes Worte gehorchen, eut-gegnete Johann Florin, der ebenfalls katholisch war,: „in den zehn

2 Aus dem Original „vgues Onstvllnnus" läßt es sich nicht errathen,ob derselbe Franzose oder Italiener war. Ouadrio erwähnt seiner garnicht.

2 S. v. Juvait Denkw. T. 85 u. 86, wo in einem auf dem Berninagefundenen Briefe des Palcrs Jgnaz, dieser sich rühmt, Ochnld an demPuschlaver Blnlbade gewesen zu sei».