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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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589
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Antwort der Bündner darauf.

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die g ute Sache der Bündner und die Treulosigkeit ihrer Unterthanen, 1628.der Weltliner, aufzuklären und die Verleumdungen, welche die Auf-rührn an allen Höfen Europas ausstreuten, durch Darlegung be-wahren Sachverhalts zu entkräften. Der Doctor hätte dieß auch, so-bald er Gelegenheit dazu fand, mit Eifer und Fleiß gethan, wozu ermit allem Rechte befugt gewesen, indem es jedem treuen Bürger zieme,seines Vaterlandes Sache und Wohl nach Kräften zu fördern. Auchsei dadurch nichts gegen das französische Bündniß gethan, ebensowenigauf irgend eine Weise etwas Neues traetirt worden, weßhalb auchgar kein Vorwurf begründet sei. Inzwischen, bemerkte der Staatsrathweiter, seien die gewöhnlichen Wachen an den Pässen ausgestellt, umdie Werbung zu verhindern, wie es von den Räthen und Gemeindenfrüher beschlossen gewesen. Und da die von Ihrer allerchristlichstenMajestät bezüglich Ihrer Durchlaucht des Erzherzogs Leopold unddes ganzen durchlauchtigsten Hauses Oesterreich gegebene Versicherungvon diesen nicht ratificirt werden konnte, bäten sie die Gemeinden sichzu berathschlagen, ob sie es für zweckmäßig erachteten und gestattenmöchten, daß die Mittel ausfindig gemacht würden, um die Erb»einigung zu erneuern und für die Sicherheit des Landes, wie erforder-lich, zu sorgen. Ueber Alles dieß möchte jede Gemeinde ihre Mehrenund Willensmeinung dem Haupte ihres Bundes einsenden.

Auf der Landsgemeinde im Münsterthale kam die Sache der Evan-gelischen zur Behandlung. Von der Liebe zur Freiheit und Religiongeleitet, waren Einige zum Besuche evangelischer Predigten bis in dasUnterengadin gegangen. Sonntags den 16. Juli aber erließ Casparv. Prevost, der sich des Bischofs zu Cur Vicehauptmann aus Fürsten-burg nannte, eine Bekanntmachung vor den Kirchenthüren zu St.

Maria, in welcher er den Einwohnern den Besuch der evangelischenPredigten bei Vermögensverlurst und Landesverweisung verbot. DieMünsterthaler kamen deßhalb nach Cur und beschwerten sich beimStaatsrath, welcher den Bischof von Cur dann vermochte, den Be-schluß zu mildern. Auch der französische Gesandte legte sich zur Her-stellung des Friedens in's Mittel. Die Münsterthaler verlangten dienämliche Religionsfreiheit, deren sich die übrigen Bündner erfreuten,während der Bischof anderseits unter Anderm auf das Einverständnißsich berief, das unterm 16. Mai des vorigen Jahres zwischen ihnenund seinem Vorgänger auf dem bischöflichen Stuhle stattgehabt hätte.Hiegegen wendeten Jene ein, dasselbe sei nur provisorischer Geltung