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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Unruhen zu Cläven.

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nehmen nach wurde diesem der Borschlag gemacht, zu einem Umsturz 1628.der Dinge im Veltlin fünfnndzwanzigtausend Gmlden herzugeben. AmDienstag den 26. September wurde Pestalozzi in die Beste Fnentesabgeführt, doch gestattete na» es ihm später nach Domaso in's Ge-fängniß gelegt zu werden. Doctor Mora wurde in seinem Hause be-wacht und erst später auf Bürgschaft hin entlassen.

Ende August zwang der Pfleger zu Naudersburg den Anwalt ^im Samuaunerthal dem Erzherzog Leopold zu huldigen.

Am 7. September wurde der Staatsrath zur Classification derüber die Begehren des französischen Gesandten eingelangte» Mehrender Räthe und Gemeinden einberufen. Beinahe einstimmig hatten die-selben beschlossen, wie folgt. Bezüglich des Passes und der Werbungfür Benedig und Mantua, Freunde Ihrer allerchristlichsien Majestät,so wolle» und können die Gemeinden in jeziger Zeit dem Begehre»des Gesandte» nicht entsprechen, da bis zu diesem Augenblicke diekönigliche Entschließung über eine ständige bündncrische Gesandtschaftin Frankreich nicht erhältlich gewesen, obschon sowohl ein königlichesSchreiben als der Bericht des Ritters Molina, dieselbe verhießen habe.

Wenn aber der Gesandte erst den königlichen Wille» (um welchen der-selbe nochmals anzugehen sei) erklärt habe» werde und dieser die Hoff-nung der Gemeinden dahin rechtfertige, daß der König alles dasjenigeauch zu erfüllen gedenke, was die Bündnißnrkunde enthalte und wasder Gesandte bezüglich der Erstattung aller den Bünden widerrechtlichentrissenen und besezten Gebietstheile zu wiederholten Malen ver-sprochen hätte, dann behielten sich auch die Gemeinden vor, demGesandten auf alle seine Begehren eine billige, der Bündnißurkundesowie den Reversalbriefen entsprechende Antwort zu geben. Für einst-weilen verlangten sie, daß die Pässe gesperrt und bewacht und jeglicheWerbung i» den Bünden verboten bliebe und daß bis zu einem all-fälligen anderen Beschluß der Gemeinden, über die Mittel berath-schlagt würde, um fürderhin diese Verordnung genauer zu beobachten,als tis jezt der Fall gewesen sei. Was den Widerruf der Negozia-zioner des Doctors Schmid und der Andern betreffe, welche zumScharen des französischen Bündnisses, der Monsonischen Artikel, sowiebesser stattgehabt haben sollen, was in Betreff des Veltlins zwischen

23 Im Original niinislralis. Die Uebersezung Anwalt (in jener Zeitder üiliche Titel dieser Magistratsperson) gibt der Verfasser in Parenthese.