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Prätenfionen des Bisthums Cur.
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Im obern Engadin alle Patronatrechtc von Sils herab bisPontalt.
Im nnter» Engadin die Patronatrechte zu Remlls, Eins, Ardezmit allen Zehnten und Kirchengütern.
Zu Fanas und Seewis im Prättigau das Patronatrecht sammtallen Zehnten.
Im Schanfigg die Zehnten zu Maladers, Peist, Castiel, Molinis,Basteins, Sprins 'b und Tschiertschen und an lezterem Orte auch dasPatronatrecht.
Zu Malir, unterhalb Curwalden, den Zehnten mit dem Patronat-recht.
Zu Praden Leu Zehnten sammt einer jährlichen Steuer.
Das Capitel verlangte, daß alle diese Steuern an Zahl, Gewichtund Maaß, wie die Doeumente es auswiesen, geleistet würden.
Als dann bezüglich der Unterhandlungen mit Oesterreich die ge-sammelten Mehren gemeiner drei Bünde sich dahin aussprachen, daßdie Freiheit des Gewissens und die Rechte eines jeden Bundes undGerichtes aufrecht erhalten bleiben sollten, wurde Comniissarius CasparSchmid nach Innsbruck gesandt, um solches Ihrer Durchlaucht anzu-zeigen und sich dahin zu bemühen, daß der Erzherzog von seiner Absicht,die evangelischen Prediger aus dem Unterengadin und den acht Gerichtenauszuweisen, abstünde und die Privilegien und politischen Rechte un-geschmälert ließe. Gleichzeitig hatte Schmid den Auftrag den Protestdes französischen GeMdten und des Bischofs von Cur mitzutheilen.
Am nämlichen 3. März, Samstags, wurde das öffentliche Verbotder Werbung und des Dnrchpaß-Mißbrauches erneuert, auf den 25.März ein weiterer Zusammentritt des Beitags angesezt und den ab-wesenden oder widerspenstigen Bündnern Gelegenheit geboten, ent-weder selbst zu erscheinen oder sich durch gehörig Bevollmächtigte ver-treten zu lassen.
Am 14. März, Mittwochs, reiste Schmid nach Innsbruck ab undkehrte am 29. desselben Monats wieder zurück. Er berichtete, daß derErzherzog drei Pfarrkirchen im Prättigau verlange, doch hätte ihn(den Gesandten) der Kanzler bei Seite genommen und mündlich (dasandere, worin der Erzherzog die freie Religionsübung nur auf einst-weilen gestatten zu wollen schien, hatte er schriftlich) bemerkt, Ihre
>6 Leztere zwei, von welche» kein Schanfigger Auskunft zu geben imStaude ist, sind vielleicht ehmaiige Höfe, welche seither eingingen.