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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Besezen die Bünde

lass Vier vom Regiment des Markgrafen Ioh. Georg von Branden-burg befehligte der Oberstlieutenant Ioh, Rottnau, Es waren acht-hundert Mann,

Vom Regiment des Herzogs Ernst v, Anhalt waren drei Reiter-schwadronen anwesend; er selbst kam drei Tage später in Person nach.Drei weitere vom Regiment Georgs, Herzogs von Lüneburg,standen unter dem Befehle von Johann Schwansbeldt,

Drei vom Regiment des Obersten Wittenhorst unter dem Oberst-lieutenant Krummelius und Hauptmann Nicolaus Cligott,

Zwei von demjenigen Pietro Ferrario's von Mortara endlich be-fehligte der Freiherr Gilg Torrioni.

Diese eilf Reiterschwadronen enthielten zusammen tausend wohl-bewaffnete Männer,

Sonntags lagerten sich dieselben, welche alles zu Schanzarbeitennöthige Werkzeug bei sich führten, in der Herrschaft Maienfeld.

Am folgenden Montag, den 28, Mai, rückte Merode mit achtReiterschwadronen und den Regimentern Altringer und Sulz in dieunmittelbare Nähe der Stadt Cur und besezte Leztere Dienstags daraufmit zwei Altringerschen Compagnien, die unter dem Befehl des Haupt-mannS Christoph Abraham Cilla standen. Unter dem Vorwand, eshabe der französische Gesandte das Volk zur Ergreifung der Waffenaufzuwiegeln versucht, wurde dessen Wohnung mit Wachen versehen.Doch war jene Anschuldigung ganz aus der Luft gegriffen und derBeweggrund hauptsächlich der, daß Merode in Erfahrung gebrachthatte, es seien zweimalhunderttausend Kronen aus Frankreich ange-langt, die er zu erbeuten und vom Kaiser dann als Geschenk zu er-halten hoffte. Damit übereinstimmend, erzählte Gallas in der ThatMesmin, daß Merode sich auf eine große Summe Geldes Rechnunggemacht hätte,

Mittwochs zog das Regiment Sulz mit den Lüncburger Reiternauf Tiefenkastel und Bergün und sandte von dort eine Compagnie andie Brücke zu Campovast im obern Engadin ab, Vom Regiment Alt-ringer wurde Hauptmann Broch ebenfalls mit einer Compagnie zurReichenauer Brücke und eine dritte zur Hut derjenigen bei Haldenstein,sowie des dortigen Schlosses detachirt. Am nämlichen Tage warendie Kaiserlichen am St. Luziensteig, an der Rheinbrücke und noch ananderen Orten mit Auswerfen von Schanzen eifrig beschäftigt, wozu sie,wie oben bemerkt, sämmtlichen Werkzeug sammt Feldgeschüz mitgebracht