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Tagsazung zu Solothurn.
schwadronen des Oberst Vittenhorst, deren eine er selbst, die andereEligvtt commaudirte und welche beide daselbst bliebe». Mit Aus-nahme der erwähnten drei Regimenter zogen alle übrigen Truppen,die früher in den Bünden lagen, nach Italien ab.
Am 26. Angust wurde auf Verlange» des Gesandten Brulartde Leon eine Tagsazung zu Solothurn abgehalten, auf welcher der-selbe in einer glänzenden Rede die Eidgenossen zur Eintracht ermähnteund sichere Hülfe von Seite des Königs verhieß. Er ermunterte sieauch für die drei Bünde Sorge zu tragen, die er einem schwer Er-krankten verglich, der wegen allzu großer Schwäche die Gewalt derKrankheit zwar nicht mehr spürt, aber von einem Freunde die Hülsedankbar annimmt. Dann ließ er sich weitläufig darüber aus, durchwelche Ränke Spanier und Oesterreichs die Bündner getäuscht undwegen des Madrider Vertrags sowohl den allerchristlichsten König alsdie Eidgenossen bei ihnen verdächtigt hätten. Leztlich trug er denSold für sechstausend Eidgenossen auf sechs Monate an
Auf dieser Tagsazung wurde auch beschlossen den zehn eidgenössischenEompagnien i» den wälschen Vogteien Befehl zu geben, für den Fall,wo die Kaiserlichen die Absicht haben sollten, in das Misoperthal ein-zufallen und dessen Pässe zu besezen, den Misoxern sofort siebenhundertMann zu Hülfe zu senden. Hauptmann Peter Segiu wurde mit diesemAnerbieten in die Tbalschaft geschickt, welche ihren Dank dafür aus-sprach.
Die Eidgenoffrn schrieben auch an den Kaiser, welchen sie, als Erz-herzog aus dem Hause Oesterreich, an die Erbeinigung erinnerten undwie in Gemäßhcit derselbe» es nicht erlaubt gewesen, in unmittelbarerNähe der Bünde Festungen zu bauen und täglich mit österreichischemVolke die Eidgenossenschaft zu bedrohen. Sie sähen sich dadurch ge-nöthigt ebenfalls Truppen an ihre Grenzen zu senden und im Fallevon den Oesterreichern etwas Feindseliges unternommen würde, sichzur Wehre zu sezeu; doch verwahrten sie sich für diesen Fall, als obdie Erbeinigung von ihnen und nicht von den Oesterreichern verleztworden wäre.
Casati mahnte in einer von ihm verlangten Zusammenkunft derkatholischen Stände dieselben dringend ab, auf die Franzosen zu hören.Die Bündner seien mit diesem Zustande der Dinge zufrieden und derKaiser werde ihnen Mehrcres noch bewilligen. Als dann über dieWerbung der gedachten sechstausend Mann bcimberichtct wurde, wiese»