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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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34 Baffompierre auf dem Tage zu Solothurn.

«630. jed och i» einem unterm 1. März von Tumils im Tumleschg aus da-tirten Briefe, mit der Kürze der Zeit, empfahlen sich auch dem Königeund Baffompierre, möchte es nun Krieg geben oder der Friede fort-dauern, wobei sie gelobten, das Bündniß mit Frankreich und den Eid-genossen unverbrüchlich halten zu wollen.

Leztere bewilligten die Werbung dem Könige in Gemäßheit desBündnisses. Zwar befand sich Auftrags des Kaisers Volmar aber-mals zu Solothurn, aber es weigerte sich Baffompierre, daß man ihmeine öffentliche Audienz gestattete, weil die Tagsazung auf königlicheUnkosten zusammenberufen worden sei. Doch ordneten die EidgenossenEinige aus ihrer Mitte in seine Wohnung ab.

Darauf verlangte Baffompierre, daß die Eidgenossen über die Artund Weise sich berathen sollten, wie die bündnerische Freiheit wieder-herzustellen sein möchte. Es liege dieses dem Könige vor allem Andernam Herzen. Das von Baffompierre vorgewiesene Beglaubigungs-schreiben trug das Datum Paris den 12. December und schilderte dieGefahr, welche den Bünden von dem kaiserlichen Heere drohe, in leb-haften Farben, bevollmächtigte auch den Gesandten BaffompierreTruppen zu werben und die königlichen Entschließungen mitzutheilen.Der König erbot sich nicht nur zu dem, wozu ihn das Bündniß ver-pflichtete, sondern überhaupt zu Allem, was man von ihm zur Wieder-herstellung der Bünde verlangen würde. An diesem nämlichen Tagedes März 1630, sprach sich Bassompiere nach Vorweisung seinerCredenzschreiben mündlich und sehr weitläufig vor der ganzen Ver-sammlung aus, indem er als Einleitung auf des Königs besten undgnädigsten Willen bezüglich Aufrechthaltung der eidgenössischen Frei-heit hinwies und wie Ihre Majestät niemals aufgehört habe, die Eid-genossen durch Ihre Gesandten auf die drohenden Gefahren aufmerk-sam zu machen und ihnen hnlfreich stets zur Seite zu stehen.

Dann erzählte Baffompierre von der Unterstüzung, welche Ihreallerchristlichste Majestät, deren Waffe» nicht zur Ostentation und zubloßem Prunke, sondern zur Abwehr von Unrecht, Druck und tiran-niscker Anmaßungen dienten, bereits geleistet habe und die nicht blosden Schuz des Herzogs von Mantua und die Wiederherstellung derunterdrückten Bünde bezweckte, sondern die Sicherheit des ganzenchristlichen Erdkreises im Auge hatte und daß jeder Fürst und jederFreistaat seiner alten Herrschaftsrechte sich erfreuen könne. Ja es er-klär« sich der König zum öffentlichen Feinde aller derjenigen, welche