Zieht in das Veltlin zurück.
kreuzen, das Heer »ach Livigno gebracht, — da jedoch dessen Stellungdaselbst nicht allzuficher gewesen, mit demselben ehrenvoll (onoistsletirnck«) nach Worms sich zurückgezogen. Hier werde er durch gänz-lichen Mangel an allem Proviant aufgehalten. Es sei deßhalb vorAllem aus nöthig, daß der Plaz Tirano Tag und Nacht mit allennöthigen Kriegsbedürfnissen versehen werde, sonst sei es nicht möglichWorms zu behaupten.
Es wurde auch ein Brief Jacob Robustell's an Paul Beccaria,Pfarrer zu Puschlav aufgefangen, in welchem er den Ueberbringer desBriefes einen zuverläßigen Mann nannte, den er auch an Fernamondnach Livigno schicke, weßhalb der Pfarrer dafür sorgen wolle, daß ersicher dahin reisen könne, — unter bestem Dank für die bisher be-wiesene Geneigtheit und guten Willen.
Es ist erwähnenswerth, daß zur nämlichen Zeit, ja fast zur näm-lichen Stunde, sowohl der Herzog von Rohan, als Fernamond undSerbelloni vom Kanzler des Veltlins, Nicolaus Paravicini, für ihr imVeltlin befindliches Heer die Lieferung von Proviant verlangten undkeiner von dem Begehren des Andern etwas wußte.
Freitags den 29. Juni kam Roha» mit den gesammten Fuß-truppen in aller Frühe von Puschlav nach Tirano.
Inzwischen war Joh. Peter Guter, welcher auf ein falsches Ge-rücht ^ über die Ankunft von kaiserlichen Truppen, aus dem Eugadingegen das Prättigau und den St. Luziensteig zu gesandt worden war,mit seinem Regiment wieder zu den klebrigen gestoßen und es wurdendie Bündner nach Chiuro und Ponte geschickt, — in der Nacht vordem Sonntag, 1. Juli, aber nach Tirano zurückberufen. Das Regi-ment Montauzier lagerte sich Freitags, den 29. Juni, zu Mazzo. Alszwanzig Musketiere mit einem Sergenten an die dortige Brücke ab-gingen, erschienen daselbst im nämlichen Augenblicke auch kaiserlicheDragoner und Feldmesser, um ein Lager abzustecken. Es entspannsich ein heftiges Geplänkel, doch hatten Montauzier's Leute den Vor-theil, daß Hauptmann Boysy, der in der Abwesenheit des GrafenEerny dessen Regiment commandirte, mit fünfzig Mann, welche
'o Kläglicher Weise demjenigen den Vorzng gebend, der die meistenLhanxen für sich halte, machte Paravieini, als der Ausgang des Treffenszu Livigno bekannt wurde, die Lieferung einzig a» den Herzog von Roban,der achttausend Nationen Brod täglich verlangt hatte. Mein. 188
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