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I» den drei Pleven.
lttj«. Sonntags den 6. April ließ der Geschüzmcister Pierre Soret deBelmont zum leichtern Uebergaug der Reiterei und des Fußvolks nochvor Tagesanbruch zwischen Dazio und Fortiuo eine Pontonbrückeschlage». Dann zog Rohan Montags den 7. April mit den Regi-mentern Canisy, Lands, Serres, Melu» und Bandy und sechzig Rei-tern aus den Schwadronen Miche nnd Eanillac auf Ghera zu. " DieFranzosen hielte» sich in der Ebene, während die Bünduer am Bergehinzogen. So gelaugte man nach Gravedona, wo der Clerus ihnenentgegenkam, um Barmherzigkeit flehend sich zur Erde warf, mit derBetheuerung, stets den Franzosen ergebe» gewesen zu sein. Das Wortführte Hiebei Carlo Gallerata, Augustinerprior. Noban erwiederte,er habe den ausdrücklichen Auftrag von Ihrer allerchristlichsten Ma-jestät, die Kirchen nicht anzurühren und geistliche Personen zu schüzen.Da aber die Spanier das Gebiet des Herzogs von Parma, desFreundes seines Königs, mit Feuer und Schwert verwüsteten, sei erentschlossen, im Herzogthum Mailand Gegenrecht zu üben und ersuchesie deßhalb, dem Statthalter zu Mailand anzuzeigen, wenn er vonVerwüstungen solcher Art nicht abstehe, würden die Franzosen ihreBrandfackel bis zu den Thoren Mailands tragen.
Nachdem sie dann Gravedona (doch brannte hier kaum der sechsteTheil der Stadt nieder) und zu Domaso einige Häuser auf dem Bergein Brand gesteckt hatten, lagerten sie sich am Abend wieder zu Gheraund Sorieo. Zwischen Domaso und Ghera wurde aus einem Schiffe(es standen zwei in der Nahe und zehn etwas entfernter und auf einembefand sich der Graf Johann Serbelloni, welcher am Tage vorher inaller Eile von Mailand angelangt war) geschossen, wobei eine Kugelan einen Stein prallte, dessen Splitter den Baron de Muraurgleichzeitig mit einem Korporal erschlugen. Der Fähndrich Freze-lisres wurde verwundet und zwei Gemeine starben ebenfalls in Folgeeiner empfangenen Verlezung.
Dienstags den 8. April wurde das Lager in aller Frühe abge-brochen und man zog wieder über die Pontonbrücke auf die andereSeite der Adda. Zuvor steckte man noch die Ortschaften Ghera (dieserOrt sank beinahe gänzlich in Asche) und Sorieo in Brand, wobei keinegeringe Beute gemacht wurde. Ein Gemeiner von Moutauziers Leu-ten todete den Fähndrich von Gravedona und brachte die mit einem
Also über die Pontonbrücke, da Ghera auf dem rechten Seenfer liegt.
>6 Bei Noha» (bottres ll. 16) heißt derselbe de Minant.