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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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266
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266 Bündnerische Truppen in spanischem Solde.

1M7. In der Rheinschanze befanden sich der Oberst Gnler, Job. AntonBnol und Joh. Peter Enderlin. Die Zahl der Mannschaft solltezwölfhundert betragen.

Der Ehre und Reputation der Bündner zu lieb war zu Innsbruckbeschlossen worden, daß die Spanier zwar das Geld zur Unterhaltungder Truppen nach Bedürfniß der Sache und dem Vertrage gemäß zuliefern hätten, die Ernennung der Obersten und Hanptleute aber,immerhin im Einverständnisse mit Spanien, sowie die Verthcilungdes Geldes und die Musterung der Truppen dem bündnerische» Rathezustehen sollte. Hierin dürften die spanischen Agenten in keiner Weisesich mischen. Auch blieb keiner derselben in den Bünden, um denFranzosen keinen Vorwand zu geben, auch einen Gesandten oder Be-vollmächtigten dahin zu senden.

Ueber die gedachten vierunddrcißigtauscnd Ducatonen hatten dieSpanier noch den Sold für dreitausend Mann bis zum 1. August zuerlegen. Doch geschah es keineswegs pünktlich und sie bezahlten fürdie Monate Juni und Juli nur sechszehntausend Ducatonen für tau-send Mann. Von Ende August bis zum Schluß der Verhandlungenwaren sie zur Unterhaltung von nur vierhundert Mann verpflichtet,als aber der Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar über den Rheinsezte, willigte» sie in die Besoldung von weiteren zwölfhundert ein,dieß um so mehr als die Stimmung von vielen bündnerische» Gemein-den den Spanier» ziemlich abhold war und anderseits Frankreich dieEidgenossen, welche auf Demolicnng der Rheinschanze drangen, sowohldurch die Zahlung der ordentlichen Pensionen als durch viele ander-weitige Zugeständnisse zu gewinnen suchte.

Als aber die Gefahr, welche durch den Herzog von Sachsen-Weimar drohte, wieder schwand, dauerte auch die spanische Freigebig-keit nicht über den Monat September hinaus und später wurdenwieder nur vierhundert Mann unterhalten.

Eingangs des Monats October erließ der Oberstlieutenant Joh.Tscharner, Namens des Gouverneurs von Mailand, Marquese Leganez,eine Bekanntmachung, zufolge welcher die zwischen den Bünduern undprotestantischen Clävneru einerseits und den römisch - katholischenUnterthanen anderseits im Streite liegenden Früchte, bis Austragder Sache, in Depositum gelegt werde» sollten. Das Nämliche hatteim Veltlin zu geschehen.