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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Kriegsvolk für Venedig

Am 16. Mär; kam ein Schreiben der bündnerischen Amtleute imVeltlin zu Eur an, mit der Anzeige, daß eine Compagnie vom päpst-lichen Heere (sie gehörte zum Regiment Pietro Cesarini's, eines Römers,der jedoch im Dienste Venedigs stand, — daher der Irrthum) zu Ber-gamo angelangt wäre, andere weitere im Nachrücken begriffen seienund der venetianische Generalproveditor Lnigi Giorgio mit einer Armeean die Grenze kommen werde. Man befände sich bereits zu Edolo undMezzolto^ und große Kriegsvorräthe würden gegen unsere Grenzenzu geschafft.

I» der Bevölkerung that sich eine große Aufregung kund, obschondie Klügeren die ganze Nachricht als unbegründetes Geschwäz ver-achteten. Dennoch wurde am 24. März ein freundschaftlicher Briefan den Generalproveditor abgeschrckt, in welchem man Klage führte,daß die durchlauchtigste Republik fremde», gegen die Bünde gerichtete»,Waffe» den Paß durch ihr Gebiet einräume, und obgleich mau solchesdeßhalb nicht glaube, weil Venedig den Vüudnern stets die besteFreundschaft in Rath und That erwiesen hätte, was man auch für dieZukunft hoffe, wolle mau dennoch durch Gegenwärtiges Jhro Excellenzzu versichern nicht ermangeln, daß die Bünde auch weiter fortfahrenwürden, der Republik stets ergeben zu bleiben.

Dieses Schreiben überbrachte der Ritter August Gadiua, einBregeller, dem Generalproveditor, welcher dann am 30. März vonVerona aus antwortete, das falsche Gerücht bedauerte und über die-jenigen klagte, welche durch Aussprengung desselben die durchlauchtigsteRepublik bei den Bündneru zu verdächtigen suchten, da bei derselbenstets die freundschaftlichste» Gefühle obwalteten und im Falle Jemanddie Bünde zu unterdrücke» im Sinne hätte, selbst der Wille, dasGebiet derselben vertheidigen zu helfen.

Es schrieb am 19. April der venetianische Resident in Zürich,Pietro Vico, ebenfalls einen sehr wohlwollende» Brief an die Bündnerund bestätigte Alles was der Proveditor ausgesprochen hatte.

Inzwischen wurden sowohl bei den Eidgenossen als in den BündenTruppen für Venedig geworben. Ritter Joh. Ludwig de la Valetta

eingeschlicben, als ob die abgedachte Ablösung durch die HevrscbastSleuteselbst geschehen wäre. Es ist dieselbe demnach im Sinne des Textes z»berichtigen.

Wahrscheinlich wie Edolo in Val Camoulea.