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Friedrich der Große.
sich dic Rache, für ihren beschränkten und abergläubischen Geist,in der Maske der Pflicht bar. Schlesien war nicht bloß demHanse Oesterreich, sondern auch der römischen Kirche entrissenworden. Der Eroberer hatte zwar seinen neuen Unterthanenerlaubt, Gott nach ihrer eignen Weise anzubeten; doch das warnicht genug. Der Bigotterie schien es eine unerträgliche Be-schwerde, daß die katholische Kirche, nachdem sie lauge dasllebcr-gcwicht genossen, genöthigt sein sollte, sich mit Gleichheit zu be-gnügen. Auch war dies nicht der einzige Umstand, welcherMaria Theresia vermochte, ihre» Feind als den Feind Gotteszu betrachten. Dic Gottlosigkeit der Schriften und GesprächeFriedrichs und die schrecklichen Gerüchte, die hinsichtlich derUnsittlichkeit seines Privatlebens verbreitet wurden, empörtennatürlich eine Frau, die mit dem festesten Glauben alles fürwahr hielt, was ihr Beichtiger ihr sagte, und die, obwohl vonVersuchungen umringt, obwohl jung und schön, obwohl feurigin allen ihren Leidenschaften, obwohl im Besitze unumschränkterGewalt, ihren Ruf selbst von dem Hauche der Vcrläumdunguubeflcckt bewahrt hatte.
Schlesien zurückzuerlangen, die Dynastie Hohenzollcrnzum Staube zu erniedrigen, war das große Ziel ihres Lebens.Sie mühte sich viele Jahre für diesen Zweck, mit so unermüd-lichem Eifer, wie den der Dichter der hehren Göttin zuschreibt,die ihre unsterblichen Rosse in dem Werke der Erhebung derNationen gegen Troja abmüdete, und die sich erbot, ihr gelieb-tes Sparta und Mykenä der Verzweiflung preißzugeben, wennsie nur einmal den Rmtch aus dem Palaste des Priamus her-vorgehen sehen sollte. Mit demselben Sinne strebte die stolzeösterreichische Juno, gegen ihren Feind eine Verbündung zu schaa-rcn, wie sie Europa niemals gesehen hatte. Nichts wollte siezufriedenstellen, als daß die ganze gesittete Welt, vom Weißen