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Friedrich der Große.
Die Kaiserin-Königin schlug einen ganz andern Weg ein.Obschon die stolzeste der Fürstinnen, obschon die strengste derMatronen, vergaß sie doch in ihrem Durste nach Rache sowohldie Würde ihres Geschlechts, als die Reinheit ihres Charakters,und ließ sich herab, der niedriggebornen und nicdrigdcnkcndcnBeischläferin zu schmeicheln, die, nachdem sie durch ihre eignePreißgebung Einfluß erlangte, ihn durch Prcißgcbung Andererbewahrte. Maria Theresia schrieb wirklich mit eigner Handeine Note, voll Aeußerungen der Freundschaft und Achtung, anihre theure Cousine, die Tochter des Fleischers Poisson, die Fraudes Finanzpächtcrs D'Etiolcs, die Seelenverkäufern! jungerMädchen für den Harem eines alten Lüstlings, eine seltsameCousine für die Erbin so vieler Kaiser des Abendlandes! DieMaitressc wurde vollständig gewonnen, und setzte ihre Sache beiLudwig, der in der That eigne Beschwerden zu rächen hatte,leicht durch. Seine Empfindungen waren nicht sehr lebhaft;aber Verachtung, sagt das orientalische Sprichwort, dringtselbst durch die Schale einer Schildkröte, und weder Klugheit,noch Anstand hatten Friedrich jemals abgehalten, seine maß-lose Verachtung der Trägheit, der Geistesschwäche und der Ge-meinheit Ludwig's auszudrücken. So ward Frankreich vermocht,dcrCoalition bcizutreten, und das BcispiclFrankrcichs bestimmtedas Verfahren Schwedens, das damals vollständig französischemEinflüsse unterlag.
Die Feinde Fricdrich's waren gewiß stark genug, ihn offenanzugreifen; aber sie verlangten danach, zu allen ihren anderenVortheilen den Vortheil eines Ucberfallcs zu gesellen. Er warjedoch kein Mann, der sich überrumpeln ließ. Er hatte anjedem Hofe Werkzeuge, und erhielt jetzt von Wien, von Dres-den und von Paris so umständliche und so übereinstimmendeBerichte, daß er nicht an seiner Gefahr zweifeln konnte. Er