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Fünfter Band.
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Friedrich der Große.

Neuem. Das preußische Fußvolk, erschöpft durch sechs Stun-den harten Gefechts unter einer Sonne, die der tropischen Hitzegleichkam, wurde gleichwohl wiederholt zum Angriff herange-bracht, doch vergebens. Der König führte drei Angriffe inPerson. Zwei Pferde wurden unter ihm getödtct. Die Officiercseines Stabes fielen rings um ihn her. Sein Rock wurde vonmehreren Kugeln durchlöchert. Alles war fruchtlos. SeinFußvolk wurde mit schrecklichem Gemetzel zurückgetrieben.Schrecken begann, sich rasch von Mann zu Mann zu verbreiten.In diesem Augenblicke stürzte Laudon's feurige Reiterei, nochfrisch, auf die wankenden Reihen. Nun folgte eine allgemeineFlucht. Friedrich selbst war auf dem Punkte, in die Hände derSieger zu fallen, und wurde mit Mühe durch einen tapferenOfficicr gerettet, der, an der Spitze einer Handvoll Husaren,einige Minuten lang eine gute Diversion machte. Zerschmettertim Körper, zerschmettert im Geiste, erreichte der König jenenAbend ein Dorf, das die Kosaken geplündert hatten, und hierwarf er sich, in einem zerstörten und verlassenen Pächtcrhause,auf einen Haufen Stroh. Er hatte nach Berlin eine zweite,von der ersten sehr verschiedene Depesche geschickt: „Laßt diekönigliche Familie Berlin verlassen. Schickt die Archive nachPotSdam. Die Stadt mag sich mit dem Feinde verständigen."

Die Niederlage war fürwahr überwältigend. Bon 50,000Mann, die an jenem Morgen unter den schwarzen Adlern mar-schirt waren, blieben nicht 3000 beisammen. Der König dachtewieder an sein ätzendes Sublimar, und schrieb, seinen FreundenLebewohl zu sagen, und Anordnungen in Betreff der Maßregelnzu geben, die im Falle seines Todes zu treffen wären: „Esbleibt mir keine Hilfsquelle mehr übrig," — so ist die Spracheeines seiner Briefe, — „alles ist verloren. Ich will das Verder-ben meines Vaterlandes nicht überleben. Lebt wohl für immer."