Mirabeau und die französische Revolution. 1l7
irgend einer, der von dem abergläubischsten Eiferer des finster-sten Zeitalters getrieben worden. Die Philanthropie hatteVerbrechen mitgebracht, die dem Gemetzel von St. Bartholo-mäus gleichkamen. Das war die Emancipation des mensch-lichen Geistes. Das waren die Früchte des großen Sieges derVernunft über Vorurthcil. Frankreich hatte den Glauben Pas-cal's und Dcseartcs' wie ein Ammenmährchen verworfen, damiteine Buhldirne sein Götzenbild und ein Wahnsinniger seinPriester werde. Es hatte seine Freiheit gegen Ludwig geltendgemacht, um sich vor Robespicrrc zu beugen. Eine Zeit langmeinte man, all die gerühmte Weisheit des l8. Jahrhundertswäre Thorheit, und jene Hoffnungen auf große und gesellschaft-liche Verbesserungen, welche von Voltaire und Condorcct ge-pflegt worden, wären trügerisch.
Unter dem Einflüsse solcher Stimmungen ist M. Dumontso weit gegangen, zu sagen, die Schriften des Mr. Burkc überdie französische Revolution wären, wenn auch durch Uebertrei-bung entstellt und wenn auch alle öffentliche Freiheit untergra-bende Lehren enthaltend, doch im Ganzen durch die Ereignissegerechtfertigt worden, und hätten wahrscheinlich Europa vorgroßen Mißgeschicken bewahrt. Daß ein Mann, wie der Freundund Mitarbeiter Mr. Bentham's, eine derartige Meinung ge-äußert hat, ist ein Umstand, der es wohl verdient, von lieblosenPolitikern beherzigt zu werden. Diese Memoiren haben unsnicht überzeugt, daß die französische Revolution nicht ein großerSegen für die Menschheit gewesen sei. Aber sie haben unsüberzeugt, daß man Denen sehr große Nachsicht schuldet, die,während die Revolution wirklich im Gange war, sie mit unge-mischtem Widerwillen und Schaudern betrachteten. Wir kön-nen erkennen, wo ihr Irrthum lag. Wir können erkennen,daß das Uebel vorübergehend und das Gute dauerhaft war.