Band 
Fünfter Band.
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128 Mirabeau und die französische Revolution.

sesfionen zu Stande gebracht worden. Ein altes und tiefge-wurzcltes System von Misbräuchen ist heftig angegriffen undhartnäckig vertheidigt worden. Es ist gefallen, und nicht EinSchwert ist gezogen worden, nicht Ein Gut ist eingezogen wor-den , nicht Eine Familie ist genöthigt worden, auszuwandern.Die Bank hat ihren Credit behalten. Die Fonds haben ihrenPreis behalten. Jedermann ist an sein Geschäft und an seineArbeit gegangen bis zum Abend. Während der heftigsten Auf-regung des Streites, während der ersten vierzehn Tage jenesunvergeßlichen Mai, gab es nicht Einen Augenblick, an welchemnicht irgend eine blutige That, die gegen die Person irgend einesder unpopulärsten Männer in England verübt worden wäre,das Land mit Schaudern und Unwillen erfüllt haben würde.

Und nun, da der Sieg gewonnen ist, ist er misbrauchtworden? Eine ungeheuere Masse von Macht ist von einerOligarchie auf die Nation verpflanzt worden. Sind die Mit-glieder der besiegten Oligarchie nicht sicher? Scheint die Na-tion geneigt, den Tyrannen zu spielen? Sind nicht Die, welchein jedem anderen Zustande der Gesellschaft von der schärfstenRache der rriumphircnden Partei heimgesucht worden sein wür-den, die in Kerkern schmachten, oder zu fremden Ländern fliehenwürden, noch immer im Genusse ihrer Besitzungen und ihrerEhren, noch immer an den öffentlichen Angelegenheiten so freiwie jemals theilnehmend? Zwei Jahre früher waren sie herr-schend. Sie sind jetzt besiegt. Gleichwohl würde das ganzeVolk mit Schaudern Jeden betrachten, der da wagen würde,irgend eine rachsichtige Maßregel vorzuschlagen. So allgemeinist diese Gesinnung, so sehr ist sie etwas Selbstverständliches beiuns, daß viele von unsern Lesern kaum begreifen werden, waswir darin zu bewundern sehen.

Was ist es, dem wir die beispiellose Mäßigung und Hu-