Band 
Fünfter Band.
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Johann Dryden.

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Lebensprincip den feinsten Werkzeugen, und verschwindet indemselben Augenblicke, in dem sein Sitz berührt wird. Daher> geben uns Die, welche im Vertrauen auf ihre Gcschicklichkcit inl der Kritik Gedichte zu schreiben versuchen, nicht Bilder von; Dingen, sondern Verzeichnisse von Eigenschaften. Ihre Cha-! rakterc sind Allegoricc», nicht gute Menschen und schlechte Mcn-; schon, sondern Cardinaltugende» und Todsünden. Wir scheinenunter die Bekanntschaften unsers alten Freundes Christian ge-rathen zu sei»; zuweilen begegnen wir Mistrauen und Zaghaft,zuweilen Mr. Hasse-Gut und Mr. Liebe-Lust, und dann wieder' Klugheit, Frömmigkeit und Nächstenliebe.

Daß kritisches Urtheil nicht hinreichend ist, Menschen zuDichtern zu machen, wird allgemein anerkannt. Warum es sieabhalten sollte, Dichter zu werden, ist vielleicht nicht ebensoaugenscheinlich; die Sache aber ist: daß Poesie nicht eine unter-suchende, sondern eine glaubende Geistcsrichtung erfordert. Diefühlen sie am meisten und schreiben sie am besten, die vergesse»,daß sie ein Werk der Kunst ist, für die ihre Nachbildungen, wiedie Wirklichkeiten, denen sie entnommen sind, Gegenstände nichtder Kennerschaft, sondern der Thränen und des Lachens, desGrolles und der Zuneigung sind, die zu sehr unter dem Ein-flüsse der Illusion stehen, um das Genie zu bewundern, das sieerzeugt hat, die zu erschrocken über Ulysses in der Höhle des Po-lvphcm sind, uni sich darum zu kümmern, ob das Wortspiel mitOutis gut oder schlecht ist, die, während sie mit Lear weinenund fluchen, vergessen, daß eine solche Person wie Shakspcarejemals eristirte. Dadurch, daß er den Schöpfungen der Ein-bildungskraft Glauben schenkt, wird Jemand ein Dichter. Da-durch, daß er diese Schöpfungen als Täuschungen behandeltund sie, so nahe als möglich, in ihre Bestandtheile auflöst, wirder ein Kritiker. In dem Augenblicke, in dem die Geschicklich-v. 20