Johann Dioden.
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knabenhafter. In unsrer Zeit würden sie kaum in die literarifcheAbtheilung der Morning Post Aufnahme finden. Jedem Leserder Göttlichen Komödie muß die Verehrung ausgefallen sein,welche Dante für Schriftsteller ausdrückt, die weit unter ihmstehen. Er will in der Gegenwart Brunetto's, dessen gcsammtcWerke nicht den schlechtesten seiner eignen hundert Gesängewerth sind, dic'Augcn nicht vom Boden erheben. Er wagt nicht,in einer Reihe mit dem bombastische» Stalins zu gehen. SeineBewunderung des Virgil ist unbedingter Götzendienst. Wäresie durch die geschmackvolle, glänzende und harmonische Dictiondes römischen Dichters erregt worden, so würde sie allerdingsnicht ganz unbegründet gewesen sein; aber er schätzt die Aencidcmehr als eine Autorität in allen Punkten der Philosophie, dennals ein Werk der Einbildungskraft. Die trivialsten Stellensieht er für Orakel der höchsten Autorität und des verborgenstenSinnes an. Er schildert seinen Führer als das Meer allerWeisheit, als die Sonne, die jedes krankhafte Gesicht heilt. Wieer über Virgil urtheilt, so urtheilten die Italiener des 14. Jahr-hunderts über ihn; sie waren stolz auf ihn; sie priesen ihn; sieprägten Denkmünzen, die sein Brustbild trugen; sie hadertenum die Ehre, seine Ueberreste zu besitzen ; sie hielten Professoren,seine Schriften zu erklären. Aber was sie bewunderten, warnicht jene mächtige Phantasie, welche eine neue Welt vor dasAuge und Ohr des Geistes rief. Sie sagten wenig von jenenehrfurchtgebietenden und lieblichen Schöpfungen, bei denen spä-tere Kritiker mit Entzücken verweilen — Farinata, der seine stolzeund ruhige Stirn von seinem Lager ewigen Feuers erhebt, dielöwenglciche Ruhe Sordclio's, oder das Licht, das aus dem himm-lischen Lächeln Beatricc's strahlt. Sie priesen ihren großenDichter wegen seiner Halbkenntniß alter Literatur und Geschichte,wegen seiner Logik und seiner Theologie, wegen seiner ungereim-
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