Band 
Fünfter Band.
Seite
397
JPEG-Download
 

Samuel Johnson.

397

von Chestcrsield. Chestersield war lange wegen der Feinheitseiner Manieren, des Glanzes seines Witzes und der Zartheitseines Geschmackes gefeiert worden. Er war als der schönsteRedner in dem Hause der Lords anerkannt. Er hatte vor Kur-zem, in einer bedeutsamen Zeitlage, Irland mit vorragender Fe-stigkeit, Weisheit und Humanität oerwaltct, und er war seitdemStaatssecretair geworden. Er nahm Johnson's Huldigung mitder gewinnendsten Leutseligkeit auf, und vergalt sie mit einPaar Guineen, die unstreitig in einer sehr anmuthsvollcn Weisegereicht wurden, verlangte aber keineswegs danach, durch einenzerstreuten, ungelenken Gelehrten, der seltsame Blicke warf undseltsames Gcmurmel ausstieß, der sich wie eine Vogelscheuchekleidete und wie ein Vielfraß aß, alle seine Teppiche mit demLondoner Koth beschmutzen und seine Suppe» und Weine nachrechts und links auf die Röcke feiner Damen und die Westenfeiner Herren schütten zu sehen. Einige Zeit lang fuhr John-son fort, seinem Patron aufzuwarten; aber, nachdem der Por-tier ihm wiederholt gesagt, daß Se. Lordschaft nicht zu Hausesei, verstand er den Wink und hörte auf, sich an der ungast-lichen Thüre einzusinden.

Johnson hatte sich geschmeichelt, sein Wörterbuch mitEnde 1 750 vollendet zu haben; indeß es war nicht vor 1755,wo er endlich seine großen Bände in die Welt brachte. Wäh-rend der sieben Jahre, die er mit dem Plackwerke verbrachte,Definitionen abzufassen und Citate zum Abschreiben anzuzeich-nen, suchte er in literarischer Arbeit eine angenehmere ArtErholung. >749 gab er die Eitelkeit menschlicher Wünscheheraus, eine vortreffliche Nachahmung der zehnten Sathre Ju-venal's. Es ist fürwahr nicht leicht, zu sagen, ob die Palmedem alten, oder dem neuern Dichter gebührt. Die Couplets,in denen der Sturz MolseY's geschildert wird, sind, wiewohl er-