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Endlich machte ich mir Luft, gleich aber war ein wirklichschönes und wie eine Prinzessin gekleidetes Freuden-Mäd-chen hinter mir her. Ecoutez, Monsieur, ecoutez donc
— Eh dien, Mlle? Allons ensemble! II pleut; je vousmettrai ä l’abri de la pluie, montez dang ma chambre.
— Mlle, j’ai donne rendez-vous ä un de mcs amis auCafe Caveau. — Eh dien, en y attendant votre amiarrivera. — Cela ne se peut pas, Mlle! — Ah, vousetes dien mechant! — sagte sie im sanfteste» Tone undhüpfte wieder unter die Arkaden. Es war dieß meineerste Avanture mit Mädchen in Paris ... Von nun anhäuften sich diese Mädchen, Abentheuer dergestalt, daß ichbald ganz unempfindlich und gleichgültig dagegen wurde.Manche waren, wenn gleich eben so hübsch gekleidet, wiejene Erste, aber nicht gerade immer eben so bescheiden; jaEinige hielten mich sogar fest bei'm Arme und suchten michzu bestimmen, ihnen zu folgen. Eine, der Sprache undKleidung nach, vom niedrigen Stande, war frech genug,mir den Weg zu vertreten, und, als ich sie fragte: Est-celä Ia rue Montmartre? griff sie mit den Worten: Oui,Mr., aus unschickliche Weise nach mir und fügte bei: al-lons, jouissons! — Daus la rue? — Je vous meneraisous une porte cochere .... Ich lachte und ging weiter,sie aber klopfte mir sanft auf die Wangen und rief mirnacht Allez-vous-eu, polisson! Man würde sich übiigenssehr irren, wenn man etwas Beleidigendes in Ausdrücken,wie z. B. polisson, cochou etc, finden sollte, vielmehrsind dieß die eigentlichen und wahren Zärtlichkeits Aus-drücke einer gewissen, gemeineren Klasse von filles p:osti-
*) Hören Sie, mein Herr, hören Sie doch! — Nun, Mlle?
— Lassen Sie uns zusammen gehen! Eö regnet; ich will Sie da.vor in Sicherheit bringen, steigen Sie in mein Zimmer hercuf. —Mlle., ich habe Einen meiner Freunde in den Oats Caveau restellt-
— Immerhin, indem Sie bei mir auf ihren Freund warte:, wirder eintreffen. — Das geht nicht an, Mlle! — Ah, Sie siw rechtböse! —
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