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stand ursprünglich nur aus dem großen, viereckigen, in derMitte sich befindenden Pavillon, von welchem nach derRechten und Linken zwei Flügel gerade aus liefen, undvon denen jeder gegen den Garten eine Terrasse mit, anjedem Ende angebrachten, kleinen Pavillons hatte. Dergute Heinrich IV. erweiterte den Palast und lehnte unteranderem die große Galerie daran, die ihn mit demI^ouvre verbindet.
> Ludwig XIII. trug auch noch, wie besonders Ludwig XIV.,
zu seiner Verschönerung und Erweiterung bei. Unterletzterem bekam der große Pavillon in der Mitte, dernur mit korinthischen und jonischcn Säulen geziert war,noch die vermischte Säulen - Ordnung und eine Altjquc.Aus dem Umstände, daß unter mehreren Regierungen anden Tuilericn gebaut wurde, läßt sich denn freilich nichtauf jene Einheit des Styls und Harmonie der Bauformcnschließen, worauf das Auge mit Entzücken und Befriedi-gung ruht. Die Perspektive des großen Gartcnraumes ver-liert sich vvm Palaste der Tuilerie» aus in den sich fernehinstreckenden elysäischen Feldern und bringt einen zauberarti-gen Effekt hervor, der sich des Gemüths bemächtigt, ob mannun seinen Blick gerade vor sich hin bis zum Stcrntriumph-bogen, oder linksüber die beiden Quais der majestätischen Seinemit allen ihren Natur-Schönheiten und Kunstschätzen, mit die-sem bunten Menschengewühle und in der Ferne mit diesem un-vergleichlichen Concordienplatze oder rechts über die stolzenPaläste und hohen Arkaden und über die nies Tivoli oderCastiglione schweifen läßt. Der Tuilerien - Garten warvon jeher der Sammelplatz der große» und feinen Welt,besonders wahrend der Zeit, wo sich der Hof daselbst auf-hielt. Schon unter Heinrich IV., dessen Lieblings-Aufenihalter immer war, wimmelte.es hier von schöngeputzten Da-men und stattlichen Herren, und man konnte damals schonwahrnehmen, wie weil der Luxus sich verbreitet hatte, dersich nicht blos in einem von Steinen und Gold überladenenAnzüge, sondern auch in einem zahlreichen Schwärme von