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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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68
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Geschlechts - und Srimmvrganc unverkennbar ist, so wollteman auch aus dem Umstände, daß Sprach- und Gehör-Organe gleichfalls innig verwandt sind, weßhalb dennTaube gewöhnlich auch stumm sind, auf das Gehörorgander Franzose» nachtheiligc Folgerungen machen, weil sieMißtöne öfters gar nicht bemerken und widerliches Ge-räusche rc. mit stoischer Ruhe ertragen; hieraus dürfteman aber doch vielmehr nur auf die geringere Ausbildung,als auf einen organischen Fehler des Gehörsinnes schließen.

Mein Licblingsstück unter den kleinen Opern hierund in Lustspielen liebe ich die Franzosen ist lePrison-nier. Man erzählte mir, daß der Cvmpvnist vomiiiioo dellaMaria hier sehr unglücklich geendet habe, kaum 25Jahre alt-Sein heißes provcn^alisches Blut trieb ihn zu ungestümm zurLust, und so fiel er einst in den Armen einer Phryne inOhnmacht, und sie und ihre unseligen Mitschwcstern schaff-ten ihn. aus Furcht vor der Polizei, auf die Straße, diePolizei brachte ihn Morgens an den Ausstellungsort der Tod-ten (dicMorgue) und so ward er erkannt. Armervominieo!

«oamstag, den 3. Mai

Mein Pernquier schor mir die Haare bei meiner An-kunft, und aus Faulheit ließ ich mich auch dreimal rafften.Heute sagte ich ihm, daß ich, gewohnt, mich selbst zu ra-fften, mir Schecrmeffer gekauft hätte, und gab ihm 3 £Monsieur, cest pour la coupe des cheveux. Mais pourla darbe? ich gab ihm noch 24 Sous, et pour le gar-9011 ? ich gab ihm 15 Sous. Die erste Unverschämtheit,die mir begegnet ist, doch la Coupe des cheveux ist eineHauptsache Artistes! vielleicht irrte ich auch im Werthder Dinge.