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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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pantc Achnlichkeit in den Gesichtszügen berühmter Män-ner. Nur noch zwei Pavillons cristiren von dem Orte,den Kadelai« berühmter machte, als die Könige. Mansiehet Versailles in den langen breiten Avenues vor sich,die alten Baume sind weg, jedoch wieder junge gepflanzt,im Schloßhofe wachst Gras, die Gitter sind verdorben,aber sonst weit weniger, als ich geglaubt hatte, das Innerefreilich ist verlassen und demcublirt und das todte Ver-sailles, das der gegenwärtige Markt etwas lebendig machte, zieht höchstens neugierige Reisende an durch die Er-innerung an das, was es war, und durch die Gallerieder französischen Mahler und den Garten. Zwei Drittheileseiner Bewohner sind entweder in Paris oder verschollen.Uebrigcns muß man doch zugeben, daß Versaillvs un-gleich anziehender, geschmackvoller und reiner, als Paris,in weiter, großer Ausdehnung um eine Anhöhe herumliegtund ein schönes, reizende- Thal beherrscht, welches zumGenusse des erquickendsten Sommeraufenthaltcs gemachtzu seyn scheint. Die breiten Straßen, die zum Schlosseführen, sind mit vielfachen Alleen von Bäumen besetzt,welche in der heißen Jahreszeit einen kühlend erquickendenScharten um sich werfen. Da« Schloß selbst liegt aufeiner sanften Anhöhe, von der man aus der einen Seite indie Stadt hinuntcrschaut, auf der andern aber einen wei-ten Blick über den großen Garten wirft, der an die Wal-dungen stößt, die in der Ferne die Aussicht umgränzcn.Alles, was man von hier aus ins Auge faßt, erweckt denBegriff vm verschwenderischer Größe. UngeheureTerrassen breiten sich vor dem Schlosse aus, und führenauf breite», steinernen Stufen, womit die großen Ba88i»8umgebew sind, in die Vertiefungen hinunter. EinzelneStatuew ron Marmor stehen hier und da zur Seite. Derfreudenlose Geschmack des I,elVotrv herrscht in den scharf-geschnittenen Hcckenwänden und in den breiten Gängenohne Abwechslung. Ziemlich entfernt vom prunkvollen Ein-gänge in den Garten liegt seitwärts zur Rechten das ge-