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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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uigelnden Welt anzusehen und zu erwiedern.Friedrich, der früh die Menschen kennen lernte, und wohlwußte, wie selten Einer unter ihnen sein eigenes Ur-theil, ohne Haß oder Vorliebe, ohne Scheu oder Unver-schämtheit, rein und frei ausspricht, oder auch nur zuhaben im Stande ist, und wie das Urtheil der Mengefast immer nur das mehr oder weniger reine Echo einigerlauten Schreier ist, und sich, wie dieses, auch wieder inder Luft verliert, Friedrich machte sich aus dem Ur-theile der Menge Nichts. Dem lauten Tadel setzte erSchweigen entgegen, bei welchem mancher gerechteTadel gewiß nicht uirbenützt blieb; der Satyre Ver-achtung und lachenden Spott. Wer kennt nicht diezahllosen Züge seines großmüthig wegwerfenden Benehmensbei öffentlichen Pasquillen und Sagen gegen ihn? desneuen Helden Verfahrungs weise hat Jeder nochvor Augen!.... Da, wo beide als Selbstherrscher crschei-'imv, können sich wohl ähnliche Züge hervorthun, welcheaus dem Egoismus und aus der Begränztheit der mensch-lichen Natur überhaupt hervorgehen und sich bei allenSelbstherrschern von eisernem Willen wiederfinden. Dieseneisernen Willen, durch den Beide, auf ganz verschiedenemWege, zu ganz verschiedenen Zwecken das wurden, wassie seyn wollten, besaßen freilich b e i d e inhohem Grade!

Donnerstag, den -8, Mau

Heute machte ich mich sehr frühe auf, um die schöneJahreszeit zu einer Landparchie zu benützen. Ich durch-schritt rüstig die I?aubourx 8. Germain an dem herrlichenCaual de lOurcq, der die Hauptstadt mit Wasser undWein versorgt, vorbei und wandte mich pantiii und Bondy