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29 (1843) Paris im Jahre 1806 : Vermischte Schriften aus C.J. Weber's Nachlass ; mit Uebersetzung der aus fremden Sprachen angezogenen Stellen vermehrt / [Carl Julius Weber]
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ging! Unter den Flammländcrn ist auch die arme deut-sche Schule rangirt, die hier freilich eine lächerliche Fi-gur macht, bei welcher aber doch Dürer, Kranach,Hol dein u. A. ehrenvolle Erwähnung verdienen. Ichhatte die meisten Nummern schon in's Auge gefaßt, be-trachtete sie nun aber heute naher, nehme sie aber nichtmehr in meinen Bericht auf, weil ich ihrer schon frühereinmal erwähnt habe.

Hierauf ging ich in's Cafe de la Regence, wo ichdie meisten Ieitungsblätter, aber auch die meisten Leser,und, was in Paris ganz ungewöhnlich ist, eine sehr guteSahne zum Kaffee fand. Ich laö hier, daß am vorgestri-gen Feste vom Corps legislatik auch der Toast ausgebrachtwurde:)Que la race de Napoleon donno des maitresau monde, coimne la race des Cesars!

Von dem gestrigen Gewitter, das mich zwischenMarlyun^> Malmaison so übel heimschickte, und durch die ver-fluchte Stiefel-Wichse Hosen und Ueberrock schwärzte, lasich folgende emphatische Beschreibung über den Effekt,welchen Blitz, Donner und Regen hervorbrachte: 1 2 )Lapluie, tantöt poussee par un vent de Sud, ressemblaitä une immense nappe deau, tantöt refletant de lar'geseclaires, ä uu volle de feu, etendue sur un fond noir:dans un inslant les rues ont ete transformees eu autantde rivieres: mais tout ce qui est trop violent, ne durepas!.

So beschreibt ein Franzose, vielleicht vom Fenster aus.

1)Möge Napoleons Geschlecht der Welt Herren geben, wie(vormals) das Geschlecht der Cäsar«!

2) Der Regen, vom Südwinde gepeitscht, glich bald einemunermeßliche» Wasserfalle, bald, von breitzackigen Blitzstrahlenwiederscheinend, einem feurigen Schleier, über einen schwarzen Grundausgebreitet: in einem Nu waren die Straßen in eben so vieleFlüsse umgewandelt; aber was zu heftig ist, hat keine Dauer!