Briefes über Nebel und ordentlichen Wandel Philoso-ph irte. Vielleicht klang es Dir leichtfertig; tiefer er-wogen, wie wahr? Wie dumpfen Sinnes, wie erstar-ken muß der seyn, der seine Neigungen sich aus lauterMoral bilden, der mit lauter Moral sie nach Ge-fallen unterdrücken kann! Zehnmal besser ist mir da dergutherzige Wildfang, der noch Leben im Busen nährtund Liebe. —- Und dann noch Eins, damit du nichtmeinest, ich erfreue mich nur des lichten Tages, wün-sche nur ihm die Herrschaft! Allerdings muß auch demMenschen höherer Art, der ein von ihm selbst geordne-tes , durchgängig zusammenhängendes Leben führt, garManches im Halbdunkel stehen. Aber es ist nicht je-ner schwere, schon das Nahe und das Nächste überzie-hende Nebel; es ist nur ein Dust, der von dem ganzaufgehellten Plane seines Wirkungskreises an dessenGränzen zurückgetreten, dort noch schwebt. UnserePhilosophen allein bewohnen Himmelnahe Felsen-höhen, von keinem Dufte getrübt, rundum endloseHelle und Leere. Mir ginge da der Athem aus.Schon ist mir die Luft zu dünne, wo ich bin; und ichsinne darauf, wie ich allmählich noch etwas tiefer Her-abkomme. Auch ist nicht wohl zu laugnen, daß in ei-
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