Band 
Erster Band.
Seite
185
JPEG-Download
 

._ i85

es soll mein erstes seyn, wenn ich je eins unternehme.Ein feuriger, geistvoller Jüngling, der ein Epictetseyn will, will mehr als er kann, und muß schlechter-dings dabey zum Schelme werden. Wie kann er al-les Gute, alles Schöne mit Entzücken lieben, undso genaues Maß halten, und nie irre gehen? Wiekann er schon wissen, was jene Freude zur Thorheitmacht? euch euren Ueberdruß, euren Ekel, eure Mat-tigkeit nachfühlen, lieben Graubärte? Wie kann seinMuth sich vor euren Furchten entsetzen? Er, derdem Schmerze trotzt, und dem Tode, und nur Lustwittert. Kurz, eureninnernSinn könnt ihr ihmnicht geben; und so hattet ihr ihm, wenn er euch hör-te, vollends allen Genuß des Lebens geraubt. Inseinem Kopfe, wenn er ein bischen eigenes Wesenhat, muß eure Vernunft zum ärgsten Unverständewerden; höchstens kann sie durch Schreckbilder einigeSchwermuth in seine Einbildungskraft staffiren. Ih-re Stimme tönt alsdann seinem Ohr, wie ein verdrieß-liches Gegreine, und macht ihm Weh. Sie heißt ihndie ärgsten Qualen unaufhörlich leiden, da-mit ihm nur ja kein Leid wiederfahre.

Um die Lehren eurer klugen Weisheit zu verste-