Grunde. Wo Gedanke den Menschen zu verlassenscheint; wo er ganz in des Triebes Gewalt ist; wo erdiesen nur die Oberhand gewinnen laßt; nur derGefahr sich ausseht, von ihm übermeistert zu wer-den : da fühlen wir Unanständigkeit.
Es ist gerade zum Vortheile der Grundsätze,was Sie am Anfange Ihres Briefes von den wider-sprechenden Erscheinungen im Menschen anführen, woihm wechselsweise seine Weisheit zur Thorheit, undseine Thorheit zur Weisheit wird. Man sollte glau-,den, eben diese feine Organisation, welche Sie zu der-gleichen Bemerkungen geschickt macht, Ihnen Materieund Form dazu bietet, müßte Ihnen auch die Ueber-zeugung aufdringen, daß dem Menschen eine festeLehre des Achtungswürdigen, daß ihm unverbrüch-liche Vorschriften des Verhaltens unentbehrlich sind.Was anders kann in seinem Thun ihn sichern; was alseinen zuverlässigen Mann ihn darstellen? — In alleWege muß. er sonst verloren gehen.
Den eingestandenen Wankelmuth des menschli-chen Herzens sogar bey-Seite, und angenommen, dasIhre wäre so beschaffen, daß es Sie immer recht lei-tete; aber nur auf eine Weise, welche der eingeführten