zärtliches, theilnehmendes Herz, und eine so glücklichekörperliche Bildung, daß jede Schönheit der Seele sichdarin gestalten, und mit unwiderstehlichem Reize auchdas trägste Auge an sich ziehen konnte. Was für Ein-drücke machte das Mädchen nicht! Von seinem Anblickefühlte der Wollüstling sich in sich selbst verloren, er-kannte seine eigenen Begierden nicht mehr in ihrer Ver-klärung, siel betroffen dem himmlischen Geschöpf zuFüßen. Auch dem Besten gab das Mädchen, es wußteselbst nicht wie, ein besseres Daseyn; und in seinerNähe thaten Wunder sich hervor. Mir däucht, ichsehe das gute, edle Wesen, wie es, in sich gekehrt,bescheiden die Frage sich in die Seele flüstert: was esdoch in ihm sey, das so große Dinge thue? Allmäligentdeckten sich ihm, eine nach der andern, die Quellenseiner Liebenswürdigkeit; eine Weile ergötzte es sichdaran, nur zuzusehen, wie sie lebendig dahin rieselten;endlich kam es auf den Gedanken, das freye Wasserzwischen Dämme zu leiten; hernach das wegfließende inBehältern zu verwahren; dann, es durch Röhren indie Höhe zu treiben oder in Cascaden sanft hinabwallenzu lassen. Liebste Mariane, alles das war nicht sträf-lich. Was wir Kunst nennen, ist dem Menschen na-'
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