nahte sich Ihnen mit einer gewissen achtungsvollenNeugierde. Dieses Gefühl wünschten Sie nicht nur zurechtfertigen, sondern noch zu erhöhen; und kurz, daalle Zungen laut zu Ihrem Lobe sich bewegt hatten,sollte keine mehr einen bemerkenswerthen Tadel gegenSie aussprechen. Solches Abenteuer zu bestehen, warkein Leichtes, da Sie täglich neue Bekanntschaften un-ter allen Gattungen von Menschen machten. Sie sahensich daher genöthigt, allen Springfedern einer feinerenEroberungssucht freyes Spiel zu lassen, zu schimmern,zu schmeicheln, zu necken. Nicht geschah dieß einemausgesonnenen Plane zufolge; es machte sich von selbstund wird sich unvermerkt bey Jedem eben so machen,der verleitet wird, nach allgemeinem Beyfalle zu stre-ben. Eine so vielfältige Bespiegelung in Andern ent-fremdet uns von uns selbst; die Menge von Schattendünkt uns mehr zu seyn als unsere einzelne wesentlicheGestalt; und so schreiten wir aus dem Gebiete derWirklichkeit in den endlosen Raum der Phantasie. Als-dann ist der edelste Trieb in der menschlichen Natur,die Begierde vortrefflich zu seyn an sich und in Verglei-chung mit Andren, wirklich schon verfälscht; denn esquillt diese allein aus dem reinen Bestreben, Kraft
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