Band 
Erster Band.
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Auszug aus einem Briefe.

von D. R. vom 10. Oct. 1781.

-3ch habe mich gefreut, daß Sie im letzten

Briefe von Allwills Papieren das Gegengift gegen dievorher angepriesene Herrschaft der Leidenschaften gege-ben. Aber das Gift war doch zu stark, zu feurig zu-gerichtet, und ich fürchte, daß nur dieses den leichtestenEingang in die jugendlichen Herzen, die schon so sehrdarnach gestimmt sind, gewinnen möge. Mich dünkt,wir müßten bey unseren Sittenlehren hauptsächlichdarauf sehen, wohin sich unser Jahrhundert neige.Unmenschlichkeit ist es. nicht mehr; aber Ausschweifungder Begierden in Wollust. Daher rechne ich die belieb-ten Romane des Fielding unter die schädlichsten unse-rer Zeit; denn überall herrschen darin die kaum versteck-ten Grundsätze: Alle Tugend und Reinheit der Seeleist Betrügerey oder Grimasse; der liederliche ist dereinzig gute Charakter, und das wären wir alle, wennwir uns nicht verstellten. — Da kann man denn schönmahlen, wie daraus Wohlwollen u. s. f. fließe. Dieß