Schöne übermächtig herrschen. Nun aber wohntbei ihr nur das Recht; anderswo, bei dem Sin-nenreiz, den Begierden und Leidenschaften, dieStarke. Dieses Unverhältniß läßt sich im Allge-meinen nicht aufheben; aber es kann das Edlere wiedas Unedlere minder oder mehr die Oberhand ge-winnen; so entstehen bessere oder schlimmere Zeiten.
Ein besseres Zeitalter verdient, nach der Bestim-mung eines unserer scharfsinnigsten und edelstenDenker, nur dasjenige genannt zu werden, wo diemenschliche Natur im Zustande der kräftigstenSelbstentwickelung, wenn gleich von einigenSeiten mangelhaft, doch im Ganzen harmonisch,durch Adel der Gesinnung und durch Ener-gie des Geistes, sich in ganzen Völkerschaftenauffallend hervorthat; wo ein edles, schwer zu er-reichendes Ziel klar vor Augen stand, und mit Muthund Beharrlichkeit verfolgt wurde. Der Wertheines Zeitalters ist also nicht zu beurtheilen, wedernach der Blüthe der Künste, oder der Menge dergelehrten Kenntnisse, durch die sich einige Classenrultivirter Individuen auszeichnen, nicht nach den