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Macht liebe, so meinen wir damit, daß er beides un-mittelbar begehre, als Zweck, nicht als Mittel; darumnennen wir auch diese Leidenschaften thöricht und laster-haft. Wenn er sie blos als Mittel liebte, so wären sieihm nicht das Höchste, und er liebte eigentlich etwasanderes. Mit der Liebe verknüpft sich von selbst derBegriff der Uneigennützigkeit, d. h. wir hangen einemGegenstände nicht an und trachten ihm nicht nach umeines Nutzens willen, den er uns verschaffen soll, son-dern um sein selbst.
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Ich liebe über alles die Jagd, heißt: ich findemeinen höchsten Genuß im Jagen. Ich werde aber niesagen im Jagen, daß ich jetzt liebe. Dasselbe gilt vomSpiele, vom Kriege u. s. f. Die Liebe findet nur in derUnvollkommenheitdes Genusses Statt. Die Jagd lieben,heißtwünschen, immer aufder Jagd seyn zu können. Manliebt sie nicht wegen des Vergnügens, das sie giebt,sondern sie ist das Vergnügen selbst. Immer ist, woLiebeist, Abhängigkeit von einem Gegenstände, Be-dürfniß; ich habe nicht selbst, was mir den Genuß ge-ben kann. Die Liebe sängt an, weder mit einer Begierde,noch mit einem Genusse, sondern mit Ahnung.
Ich begehre das Abwesende, was ich gegenwärtigund wirklich nicht genieße; lieben aber kann ich auchdas Gegenwärtige, und mitten im Genuß am stärksten.