Band 
Sechster und letzter Band.
Seite
314
JPEG-Download
 

314

Einbildung nicht übertrieben gewesen. Und eingleiches behauptet er von den glücklichern Gegenden n

Italiens, besonders von Sicilien, wo man bei den ä

Künstlern zwar eine sehr feurige, aber keine aufgebrachte ri

und aufwallende Einbildung antreffe; und die Natur st

ein glückliches Phlegma am häufigsten wirke. b

Der gelehrte und scharfsinnige Hr. Leibarzt Zim- u

mermann leitet aus dem mehrentheils sehr heißen u

und trocknen Clima von Asien und Africa, die Unwiik- 8

samkeit sehr vieler Völker dieser Welttheile, besonders n

der Aegyptier, ihre wenige Neugier, ihr Kleben an 8

alten Sitten und Gewohnheiten; ihren Müßiggang, l<

ihre Unterwürfigkeit, ihren Hang zur Ruhe und zur le

Einsamkeit her. Zugleich aber bemerkt derselbe, daß h

diese Schwachheit, Trägheit und Unwirksamkeit nicht n

schwerfällig sey, und die Empfindlichkeit ausschließe, di

sondern mit sehr viel Gefühl und der stärksten Einbil- g

dungskraft sich vergesellschafte, Aber diese Einbildungs- le

kraft sey auch oft in Verwirrung, und versteige sich bis d

zu den heftigsten Ausbrüchen des Aberglaubens und d

der zügellosesten Schwärmerei. Wie gemäß ein sowidersinnig scheinendes Phänomen der menschlichen Na- K

tur sey, lasse sich aus der Hypochondrie, der Melan- L

cholie, und andern Nervenkrankheiten abnehmen, wo le

man die äußerste Schwachheit, Trägheit und Unwirk- A

samkeit mit der äußersten Empfindlichkeit verbunden ik

antreffe *), b

____.__ tr

*) Zimmsrmann von der Einsamkeit, S. 77—89- ^