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Über den geologischen Bau der libyschen Wüste : Festrede, gehalten in der öffentlichen Sitzung der k. b. Akademie der Wissenschaften zu München zur Feier ihres einhundert und einundzwanzigsten Stiftungstages (28. März) am 20. März 1880 / von Karl A. Zittel
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Lange, blaugrünlichgelbe Mikrolithen, oft parallel kammförmig nebeneinander-gestellt , bisweilen ein lockeres Gespinnst in farblosem Feldspath bildend, gehörenwohl dem Augit an, und sind nicht mit dem Apatit zu verwechseln; ebenfalls sindspärliche, ziemlich intensiv grüne kleine Körner von unregelmässiger Gestalt doppelt-brechend und undichroitisch, wohl Augit, wie auch stellenweise ein und derselbebräunliche grössere Augitschnitt grüne Partieen aufweist.

Höchst spärlich sind*braune zerlappte Biotitblättchen vorhanden.

Von Sanidin, Nephelin, Leucit, einem rliombendodekaedrischen Mineral derSodalithgruppe, von Hornblende ist wie dies in den oben genannten ähnlichen Ba-salten gleicher Weise der Pall, nichts wahrzunehmen.

Die Mikrostructur ist völlig krystallinisch, es kann wenigstens in keinem Prae-parat eine glasige oder eine halbglasige globulitische oder mikrofelsitische Basis auchin noch so schwacher Betheiligung nachgewiesen werden. Der Typus der krystal-linischen Structur ist der ziemlich gleichmässig-körnige: es findet sich kein porphyr-ähnliches Hervortreten gewisser grösserer Individuen gegenüber einem Aggregatanderer kleinerer.

Diese Beschaffenheit scheint nach den vorliegenden Handstücken mit grosserConstanz festgehalten zu werden; die von verschiedenen derselben angefertigtenPraeparate unterscheiden sich in der That nur durch den mehr oder weniger weitvorgeschrittenen Grad der Olivinzersetzung und das Eingedrungensein der seeundärenSerpentinmaterie in. andere Gemengtheile; vielleicht auch noch dadurch, dass in denetwas mehr umgewandelten die Serpentinadern eine detaillirtere Schichtenstructurentwickelt und eine schmutziger braune Farbe angenommen haben. Sonst sind mi-neralische Zusammensetzung, Structur der Gemengtheile und des Gestein durchgängigübereinstimmend.

35) An dem hohen Steilrand, welcher die weite Bucht von Farafreh begrenzt,zeigt sich auch in petrographischer Hinsicht ein gewisse Differenz zwischen obererKreide und Eocaen, indem sich zwischen der ersteren und den weissen Alveolinen-kalken ein mächtiger Complex von dünnblättrigen, grünlich oder grau gefärbtenMergeln einschaltet, worin zahlreiche Versteinerungen von entschieden eocänem Ge-präge Vorkommen.

36) Nachstehende übersichtliche Darstellung der Verbreitung der obersten Kreideund des ältesten Eocaen und deren Wechselbeziehung mag als Bechtfertigung dieserBehauptung dienen.

Im ehemaligen anglo-gallischen Becken, dem typischen Eocängebiet, beginntdie Tertiärformation fast allenthalben mit Süsswasser- oder brackischen Schichten.Fehlen diese letzteren, so fand fast regelmässig eine Unterbrechung in der Sediment-

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