Band 
Erster Band. Alte Welt.
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Veränderungen der Erde.

Unter denVeränderungen derErde nehmen jene, welchedie Natur selber hervorgebracht, nur eine untergeordnete Stellein der Weltgeschichte ein. Denn wiewohl die nämlichen Elementeund Kräfte, welche die jüngste Hau, tgestaltuag der Erde hervor-brachten, auch seither in reger Thätigkeit blieben, und mancherleiRevolutionen bewirkten: so sind dennoch die größten derselben —als die Losreißung Siciliens von Neapel, Britanniens von Gal-lien u. s. f. — in vorhistorischen Zeiten geschehen, also außerVerbindung mit der uns bekannten, oder von uns zu erforschen-den Verkettung menschlicher Thaten und Schicksale; andere —wie die Verkleinerung des Kaspischen, die Bildung des Mittel-meeres rc. beruhen dazu auf bloßer Muthmaßung. Die kleinernaber, als die Entstehung von neuen Inseln, Bergen und Seen, dieabwechselnden Eroberungen des Meeres und deö festen Landesgegen einander u. s. f. sind für das Ganze von geringem Belange:und noch andere Veränderungen, die nicht plötzlich oder gewalt-sam, sondern nur allmählig eintreten, als die Erniedrigung derGebirge und Erhöhung der Thäler rc. können nur bei der Ueber-schauung mehrerer Jahrtausende ein bedeutendes Resultat darstel-len. Billig überläßt also der Welthistoriker dergleichen — übri-gens sehr interessante und lehrreiche — Revolutionen größtentheilsdem Naturforscher und physikalischen Geographen.

Desto wichtiger sind uns die Umstaltungen der Erde durchdes Menschen Hand. Dieselben sind unermeßlich und stau-nenswert!).

Betrachtet jenes von Menschen noch nicht umschaffene Land!es liegt im glücklichsten Himmelsstrich, hat den fruchtbarsten Bo-den, eine reiche Bewässerung, und den schönsten Wechsel von Thä-lern und Höhen. Dennoch ist sein Anblick betrübend. In regel-losem Gemisch streben zahllose Pflanzen empor, aber die nutzbarensind meistens von unnützen oder schädlichen verdrängt; mühseligbahnt sich der Fuß durch Dornen und Ranken einen Pfad, oderirrt im grauenvollen Dunkel undurchdringlicher Wälder. Jetzthemmt ein steiler Fels, jetzt ein wildschäumender Fluß, jetzt eintodter Sumpf des Wanderers Schritte, kalte Nebel verhüllen dieSonne vor seinem Blick, Schaaren von Ungeziefer erwecken ihm