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Erster Band. Alte Welt.
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ficht auf individuelle oder untergeordnete Zwecke — zur Bildungdes Geistes und Herzens überhaupt von mächtiger Wirksamkeit.

Es ist ein natürliches Gefühl, fast möckte man sagen,Bedürfniß, das uns zur Geschichte hinzieht. Die Imaginationweilt gerne bei den Bildern der Vergangenheit, und das Gemüthwird dadurch auf eine wohlthuende Weise gerührt.

Woher wohl dieser allgemeine Hang? — Er haftet tief inder empfindenden und moralllchen Natur des Menschen, die al-lenthalben, wo sie unverdorben und in einiger Entwicklung er-scheint, durch sympathetisches Gefühl sich äußert, und sich, wennsie der besseren Stimme gehorcht, nickt in der Jsolirnng der eige-nen Person, sondern in der Allgemeinheit des Geschlechtes liebtund schätzt. Dieses weit verbreitete Eine Geschlecht, welchem wirangehören, zu kennen, sein geistiges Leben, in dessen Strom auchder eigene kleine Lebensnachni dabin schwimmt, zu verstehen,Zweck und Ziel, wornach wir steuern, wenigstens ahnen zu lernen

— das muß wohl vom höchsten, rein menschlichen Interesse seyn.Und wo anders erscheint uns die Menschheit in ihrer wahren Ge-stalt, in ihrem eigentlichen Leben, als in der Geschichte? — Inihr, und in ihr allein, erkennen wir, was unter so vielen zufälli-gen Gestaltungen, unter den bunten Eigenrbümlichkeiten von Zeitund Ort, beharrliche, ewige Menschennatur sey. Zwar äußertsich diese in vielfach wechselnden Formen, ist der Bildung undVorbildung, der Hemmung und Fortführung empfänglich: gleich-wohl sind allenthalben die nämlichen Anlagen und Kräfte vorhan-den, dieselben Neigungen und Leidenschaften wirksam. DaS Ge-meinwohl sehen wir überall im Streit mit Prioatinteressen, aberdennoch gefördert durch diese, und bei dem mannigfaltigsten Ge-mische partieller Ereignisse einen allgemeinen Gang des Geschlechts.

— Sonach ist, wer die Geschichte nicht kennt, Fremdling auf te'Erde und unter seinem Geschlecht, und sich selber fremd; nichtskümmern ihn die hohen Interessen, um welche die Menlchhetvom Anbeginn rang und kämpfte, und er mag — was auch sonstseine Fertigkeiten seyen — an ihrem allgemeinen Leben nur passnund mafchinenartig Theil nehmen, wie ein Rad, das nichts da-von weiß, in welches Getrieb es eingreift.

Nicht nur ist das wahre Leben der Menschen bloß in ler